Fussball und Leben in den Slums!

24 11 2011

Hallo zusammen 🙂

Nach 6 Wochen in Salta, Argentinien, hat sich nicht nur meine Hautfarbe deutlich veraendert, sondern auch im spanischen habe ich bereits eine Menge gelernt.
Sehr gut angefreundet habe ich mich mit meinen Nachbarn, der Hausmeisterfamilie, die auch hier auf dem Grundstueck lebt. Abends, nachdem die Fundation geschlossen hat (gegen 7 Uhr), gibt es immer Maté, ein spezieller Tee, oder Kaffee mit Gebaeck. Danach wird meistens Fussball oder seit neustem auch Volleyball gespielt. Bis tief in die Nacht und man den Ball kaum noch sieht. Dann gegen 11, manchmal auch 12 Uhr gibt es Abend essen. Meistens sind wir alle dann noch einkaufen gegangen in dem Dorf gegenueber der Fundation. Oft wurde ich auch da von Anit, der Mama, eingeladen. Dann gibt es meistens Pizza oder Hot Dogs. Danach werden noch ein bisschen Karten gespielt oder Fernseh geschaut. Obwohl der Fernseher eigentlich immer laeuft 🙂 Letztens gab es ein Fussballspiel zwischen den Arbeitern von der Fundation und einer anderen Gruppe von Maennern. Auch ich wurde dazu eingeladen. Das Spiel fand auf einem Platz in dem Dorf statt. Wir wuerden es als Slum bezeichnen. Der Platz bestand zum grossteil aus Staub. Wenn es einen Zweikampf gab, wirbelter dieser soviel Staub auf, dass ich mir wie im Comic vorkam. (Kaempfe von Asterix und Obelix mit den Roemern = Man sieht nur Arme und Beine und irgendwann fliegt ein Roemer raus) Nur hier ist es der Fussball! Echt fantastisch!!! 🙂
Da wir das Spiel gewonnen hatten, bekamen wir jede Menge Bier von der Verlierermannschaft! Gespielt wurde solange, bis man den Ball nicht mehr sah. Denn eine Beleuchtung gibt es natuerlich nicht.

Das Leben auf der Fundation ist toll aber auch sehr anstrengend. Ich helfe ja beim Rugby und beim Fussball und habe jetzt auch schon oefters den Kurs alleine geleitet, da Marcus, der eigentliche Leiter, nicht da war. Super anstrengend! Denn erstens verstehe ich natuerlich nicht alles, was die Kinder von mir wollen. Zweitens kenne ich die Regeln des Rugby nicht zu 100 Prozent. Und wie wir die Suedlaender ja kennen, wir mehr diskutiert als gespielt!! Drittens sind Kinder natuerlich mega frech und wollen die Uebungen, die ich Vorschlage nicht machen. Da hilft als einziges Druckmittel, dass es entweder nichts zu essen gibt, kein Fussball gespielt wird oder als letztes die Kinder nach Hause gehen muessen. Manche Kinder heissen hier uebrigens: Hans, Axel oder Olga 😛
Zu all dem Stress ist es noch sehr heiss und ich bin schnell erschoepft 🙂 Dann freue ich mich auf die Abende mit Mattia, Bruno, Janett, Jessica, Claudia und Maria (Kinder der Hausmeisterfamilie) die immer super lustig und nie langweilig sind. Oder die Wochenenden, die immer voll mit Aktivitaeten sind.

Edmundo ist der Gruender und Besitzer von der Fundation. Er ist ein reicher Argentinier, der mehrere Fabriken besitzt. Seiner Frau gehoert ein Hotel an der Plaza in Salta. Sie ist schwanger und Edmundo wird also bald Vater. Edmundo hat diese Fundation gegruendet, da er sehr viel Glueck in seinem Leben hatte und nun Argentinien, bzw. den Kinder Argentiniens, etwas gutes tun wollte.
Er hat dieses riesen Grundstueck gekauft und bisher 2 Gebaeude drauf gebaut. Aber es sollen noch viele weiter folgen.
Edmundo besucht jeden Tag die Fundation. Zum einen bringt er immer Material fuer die Handwerker, zum anderen bespricht er sich mit diesen und auch mit Vivi, der Projektleiterin. Auserdem spielt er auch gerne mit den Kindern mal ein bisschen Fussball und fragt, wie es denen denn geht. Aus meiner Sicht ein super sympatischer Mann, der trotz seines Geldes total bodenstaendig geblieben ist. Momentan ist er dabei einen sehr grossen Sandkasten und einen Beachvolleyplatz zu planen. 🙂

Ich plane meinerseits gerade meine Weihnachts-Sommer-Ferien. Klingt komisch-ist aber so 😛
Heute Nachmittag kommt Leo, ein anderer Deutscher. Mit ihm werde ich dann am Mittwoch zu einem kleinen Indianerdorf fahren. Dort gibt es eine Schreinereischule, die auch von Ayuda unterstuetzt wird. Dort werden wir fuer ca. 2 Wochen arbeiten und leben. Danach wollen wir noch weiter in den Norden und auch Bolivien und den hoechsten und groessten Salzsee auf ueber 3000 Metern besichtigen. Weihnachten will ich hier mit Freunden und Anita und Co. feiern. Danach wollen wir fuer Silvester nach Iguazu fahren und die Wasserfaelle, die als Weltwunder gelten, besichtigen.

Soweit der Plan. Mal sehen was draus wird 🙂

Uebrigens bring mir Leo eine neue Kamera mit (Mein Weihnachtsgeschenk aus Deutschland! Herzlichen Dank). Meine ist ja in den USA kaputt gegangen und wurde dort repariert. Allerdings haette ein Schicken mit FedEx ueber 150 Dollar gekostet. Deswegen werde ich die Kamera in LA in Empfang nehmen, wo ich im Februar eine Woche bin. Also duerft ihr bald/endlich Fotos von mir und meiner Umgebung sehen 🙂

Beste Gruesse
Euer Kai!



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1 Antwort zu “Fussball und Leben in den Slums!”

  • Hallo Kai, sehr wichtige Info in Sachen Fussball:
    Einer unserer Spender ist Fan vom 1. FC Nürnberg, und wir haben ihm fest versprochen, im barrio einen Stürmer für den FCN zu suchen. Also halte bitte AUSSCHAU nach einem STÜRMER!!! Als Spieler-Vermittler wird AYUDA natürlich hochprozentig an der Transfersumme beteiligt, was wiederum unseren Projekten zu Gute kommen wird. Du als Scout wirst natürlich auch nicht leer ausgehen. Okay, die Sache geht klar, oder? Erwarten nach dem Wochenende erste Kandidatenfotos, wo Du doch jetzt die Kamera hast.
    Liebe Grüsse, Marina und Joa (www.ayuda.de)

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