„Grosses Wasser“, der „singende Fels“ und 2 Silvester

9 01 2012

Nach dem spannenden und total anderen Weihnachtsfest, wo ich gar nicht richtig in Weihnachtstimmung kam, was natuerlich ueberwiegend am Wetter lag (bei ueber 25 Grad und viel Regen), mussten wir uns schon auf unsere naechste Reise in das Zweistromland vorbereiten (Liegt ganz im Osten von Argentinien und ist von 2 Fluessen eingekreist: „Missiones“). Waesche waschen und Reiseinformationen sammeln, fuellte unsere Tage. Und dann ging es 3 Tage vor Silvester auch schon los. Nach 24 Stunden non-stop Busfahren waren wir da: vom Jungel umgeben, Affenhitze und viele Touristen in Puerto Iguazu. Hostel gesucht und gefunden und erstmal einkaufen gegangen, kochen und frueh ins Bett, denn am naechsten Tag sind wir um 6 Uhr aufgestanden um ganz frueh im Nationalpark zu sein. Dort angkommen entschieden wir uns erst die argentinischen Wasserfaelle von oben zu besichtigen. Eine atemberaubende Szene erschien unter uns. Wir standen teilweise direkt ueber den Wasserfaellen und konnten bis zu 70 Meter das Wasser unteruns herunterfallen sehen. Einfach nur fantastisch. Danach besuchten wir die Wasserfaelle von unten und konnten erst jetzt ihre Groesse und Kraft richtig erkennen. Denn unten ist nur Gischt und Laerm. Man ist einfach nur Baff, dass man Zuschauer dieses Naturspektakels sein kann. Von der Insel San Martin, die in der Mitte dieser riesigen Wasserfaelle liegt, hat man einen guten Blick auf die brasilanischen sowie die argentinischen Wasserfaelle. Dort wird man auch allein von dem Wasserdampf triefend Nass. Aber das macht gar nichts, denn die Temperaturen sind locker ueber 30 Grad, so dass eine Erfrischung sehr gut tut. Da wir den Tag frueh begonnen hatten waren wir bis jetzt fast die einzigen weit drinn im Park. Aber ab jetzt wurde es voller und viele Touris mit Colaflasche und Chipstuete begegneten uns, waehrend wir nur Wasser und selbst geschmierte Broetchen dabei hatten und im Unterhemd umherliefen. Wir fuehlten uns nicht sonderlich wohl zwischen all diesen „Spiessern“. Dennoch ging es dann zum sogenannten Todesschlund (Garganta del Diablo). Dort stuerzen sich die Wassermassen in einer Art Halbkreis fast 80 Meter in die Tiefe. Den Ort des Aufpralls sieht man vor lauter Wasserdampf nicht. Der ohrenbetaeubende Laerm und die Feuchtigkeit machen es einmalig. Auch hier reichen die angelegten Bruecken bis ueber die Faelle und man denkt, man steht mitten drinn. Insegsammt stuerzt sich auf einer Laenge von knapp 3 km das Wasser bis zu 80 Meter in die Tiefe. Wir hatten super Glueck, denn die Wassermenge war perfekt, so dass es viele Wasserfaelle gab, aber nicht alle zusammenwuchsen, was bei zu viel Wasser der Fall ist.
Auf der Schlauchboottour oberhalb der Wasserfaelle haben wir tolle Tiere wie: Krokodile, Tucane und andere Voegelarten gesehen und wir fuehlten uns wie mitten im Jungel, was wir auch waren! 😉
Von anderen Backpackern hatten wir erfahren, dass es einen einsamen Wasserfall mitten im Jungel gibt, in dem man schwimmen kann. Also beschlossen wir dort gegen Nachmittag hinzulaufen. Dort angekommen, von vielen Backpackern umgeben, duschten wir im Wasserfall und schwammen in dem kleinen See. Wasserfalldusche ;)Iguazù heist uebrigens auf guarani, die Sprache der Ureinwohner, „grosses Wasser“ 🙂

Am naechsten Tag besuchten wir das in Brasilien liegende Itaipù, was auf guarani „der singende Fels“ bedeuted. Dies ist das ergibigste Wasserkraftwerk der Welt. Der Bau der 200 Meter hohen und ueber 7,5 km langen Staumauer inklusive 18 Turbinen dauerte ueber 15 Jahre. Der Stausee kann bis zur doppelten groesse des Bodensees heranwachsen, bevor die Ueberlaufklappen geoeffnet werden. Super beeindruckend und in den 70er Jahren geplant und begonnen.

Am Abend feiert wir dann mit anderen Backpackern aus Italien, Spanien und aus Buenos Aires Silvester. Als ploetzlich um 11 Uhr um uns herum schon Silvester gefeiert wurde, war bei uns zuerst die Verwunderung gross. Doch schnell erinnerten wir uns an die Naehe zu Brasilien, was eine Stunde vor uns ist und haben promt schonmal auf das neue Jahr angestossen. Als es dann 12 war wurde nochmal unter klarem Himmel mit viel Feuerwerk und Wein das neue Jahr gefeiert. Sogar eine Sternschnuppe habe ich gesehen. Toll!!!

Auf unserer Rueckreise nach Salta legten wir einen 2-taegigen Stop in Posadas ein. Eine wirklich super nette Stadt, auch gelegen am Grenzfluss Paranà (nach Paraguay). Dort erwischten wir durch Zufall ein tolles Hostel, welches Momentan von dem Sohn der Inhaberin bewirtschaftet wurde. Mit Ihm und seinen Freunden hatten wir an dem einen Tag ein super BBQ, was mit unter daran lag, dass ein Koch unter Ihnen war, welcher ein so sagenhaftes Fleisch briet. Das ich meine, das war das beste Fleisch was ich je gegessen habe. Butterzart, saftig und schoen rosa. Den restlichen Tag verbrachten wir im Pool und im Schatten, denn es war einfach zu heiss. Erst in den Abendstunden konnte man durch die Stadt laufen und sie besichtigen. Dann kommen alle Leute aus ihren Loechern stellen Stuhle auf die Strassen, trinken den hier bekannten Matè und unterhalten sich bis spaet in die Nacht. Wie gemuetlich!

Ich hoffe Ihr seit auch alle toll in das neue Jahr 2012 gestartet. Mich erwarten dieses Jahr noch weitere Reiseziele rund um die Welt und ich muss mich fuer einen Studienplatz entscheiden und dort dann im Oktober beginnen. Also es bleibt spannend.

Beste Gruesse
Euer Kai



Aktionen

Informationen

1 Antwort zu “„Grosses Wasser“, der „singende Fels“ und 2 Silvester”

  • Horst und Rose Devens sagt:

    Hallo, Weltenbummler,
    lesen mit großem Interesse die Berichte und stellen fest, dass man auch auf der südlichen Halbkugel viel Interessantes aufzuweisen hat bei einer Kultur, von der wir auch noch lernen können. In jedem Fall freuen wir uns auf weitere Berichte und vor allem auf Fotos, die durchweg gut sind. Die Berichte schicken wir auch an Mario und Danny, zwei Argentinienfreunde.
    Also dankeschön und bis bald
    Horst und Rose

Schreib einen Kommentar

Du kannst diese Tags verwenden : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>