Vanuinui Vinaka

25 03 2012

Nach einem durchaus langen Flug von Los Angeles nach Suva auf Fidschi und dann noch einer 4-stündigen Autofahrt mit einem Fahrer aus Hannas Büro von Nadi nach Suva, wo mich unsere ehemaligen Nachbarn Hanna und Daniel mit Tochter Antonia herzlich in Empfang nahmen.

Kaum angekommen, schon sind wir alle am nächsten Tag, dem Sonntag, Hobie segeln gegangen. Hobies, dass sind ganz kleine Katamaranschiffe, die maximal für 2 Personen ausgelegt sind. Dort sind wir jeder mit einem Guide versorgt worden und schon ging der Spaß los. Wir entschieden uns zur Sandbank raus zu fahren. Die Jungs haben es so drauf. Selbst bei wenig Wind rauscht man sehr flott über das Wasser. Und nach kurzem erklären hing ich auch schon an einem Seil außerhalb des Bootes, nur Kontakt mit dem Boot über meine Füße, einfach nur deswegen, um dem Boot mehr Gegengewicht zu geben und natürlich auch, weil es extrem Spaß macht, wenn man einen halben Meter horizontal bei einem Affenzahn über dem Meer hängt. Wenn man dann trotzdem zu leicht ist, oder das Boot mehr in den Wind stellt, kippt das Boot und plötzlich steht man fast oben auf dem Boot, während das Segel fast das Wasser berührt! Nur was für Könner! Als Crew, was ich war, kein Problem – vertrau dem Captain. Bei mir hat das auch geklappt. Daniel zu erst, dann Hanna sind mit ihrem Boot gekentert, als sie diese Manöver ausprobierten. Um dann Antonia auf unser Boot zu ziehen und Hanna zu helfen ihr Boot wieder in nomrale Wasserlage zu bekommen, bin ich dann freiwillig vom fahrenden Boot gesprungen. Allein das war schon toll. Das Wasser ist nämlich selbst draußen auf dem Meer immer noch um die 27 Grad, also fast so wie im Wirlpool 🙂 Auf der Sandbank, mit ein paar Kokospalmen und ca. 40 Quadratmetern trockenem Land, schon fast eine Insel, haben wir halt gemacht. Dort trafen wir dann zufällig Freunde von Hanna und Daniel, die jeden Sonntag mit ihrem Boot hier raus fahren um dann im Wasser plantschend Bier trinken und sich die Sonne auf den Kopf scheinen lassen. Einfach ein unglaubliches (super positiv) Leben.

Eines Tages wollte Daniel mit mir unbedingt in einen Wald fahren um mir dort den Fluss zu zeigen. Also hoppten wir ins Auto und sind zum Wald und dann in den Wald über Wege, dass hätte wirklich nur ein Jeep gepackt, gefahren. Zwischendurch luden wir noch ein Ehepaar auf, wo der Mann das Auto bewachen wollte, während wir am Fluss waren. Der Fluss war echt super schön. Er bestand eigentlich aus verschieden hohen Seen, die mit kleinen Wasserfällen verbunden waren. Ein Teich war tief genug und ein Baum passend drüber gewachsen, dass einer eine Liane reingehängt hatte und man sich von weit oben hinabschwingen konnte, um dann über dem Teich loszulassen. Das war also der Adrenalinkick, den Daniel an diesem Tag brauchte und mir tat er auch gut! Das Wasser war endlich mal erfrischend, nicht so wie die Meertemperatur und es hat einen heiden Spaß gemacht. Man fühlt sich gleich 10 Jahre jünger 🙂

Freitag morgen, vor meinem Geburtstag am Montag, wurden mir plötzlich mit viel Getöse Luftschlangen ins Gesicht gepustet. Kurz darauf habe ich Schnorchel, Brille und Flossen in die Hand gedrückt bekommen und mir wurde gesagt, dass wir heute einen Tauchkurs beginnen, den mir meine Eltern und Sie zum Geburtstag schenken wollen. Gesagt getan, sind wir kurz darauf in das Schwimmbad gefahren um erst dort, die 2 folgenden Tage dann im Meer, tauchen zu lernen. Mit Übungen, wie unter Wasser die Brille abnehmen, wieder aufsetzen und dann das Wasser rauspusten oder Airsharing oder was man in Notfällen macht wurden wir die drei Tage beschäftigt. Am Montag, meinem Geburtstag habe ich dann noch den Theorietest gemacht und bestanden und darf ab dem 12.3.12 als Open Water Diver überall auf der Welt bis 20 Meter Tiefe tauchen. Toll!!!

Und dann hieß es Vanuinui Vinaka, also herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Es war soweit, ich wurde 21 und mit einem leckeren Kuchen und 21 Kerzen überrascht! Versuch mal 21 Kerzen, die auf einem Bananenblatt verteilt sind (sehr große Blätter), mit einem Atemzug auszupusten. Wenn man das dann irgendwann nicht mehr schafft, ist man glaub ich alt. 😀
Am Abend kamen dann noch ein paar Freunde und unsere Nachbarn vorbei. Wir haben Gulasch mit Spätzle gekocht. Einfach lecker! Davor gab es für alle erstmal eine Runde Kava. Kava, das ist Getränk, was aus getrockneten und gemahlenen Wurzeln und dann mit Wasser angerührt wird, zubereitet wird. Es ist ein altes Ritual dieses Getränk immer an wichtigen Ereignissen im Dorf mit allen Männern zu trinken. Dazu gibt es auch eine speziellen Ablauf. Der war bei uns jetzt nicht so streng. Als Geburtstagskind durfte ich als erster eine halbe Kokosnussschale davon leeren. Kurz danach hatte ich einen tauben Mund. Hab mich wie beim Zahnarzt gefühlt. Ich hab vergessen zu erwähnen, dass Kava starke betäubende Wirkungen hat. Wenn man zu viel trinkt schläft man einfach ein und ist am nächsten Tag zu nichts zu gebrauchen. Das merkte ich auch manchmal an den Wachmännern, die eigentlich das Haus behüten sollten.

Am Tag drauf bin ich dann kurzerhand mit der Fähre 20 Stunde zu einer entfernten Insel (Tavuni) gefahren, um dort an einer der angesagtesten Tauchspots der Welt meine frisch erlenten Fähigkeiten zu testen. Dort angkommen ist es wirklich ein absoluter Traum. Weiser Strand, türkisenes Meer und Palmen, die ins Meer hängen. So und noch ein bisschen schöner als ihr es euch gerade vorstellt sah die Aussicht aus meinem Zelt aus, was ich mir dort auf einem Resort gemietet hatte. Einfach unglaublich bei ständigem Wellengang einzuschlafen und auch aufzuwachen.
So ging ich also am ersten Tag tauchen. Ich war total aufgeregt. Das erste mal kein wirklicher Tauchlehrer dabei, neue Gegend, einfach nur spannend. Aber ich hatte einen total super Guide, der sich extra um mich gekümmert hat, weil ich mit Abstand der unerfahrenste Taucher war.
Unter Wasser denkt man, man befindet sich in einer Art Mischung aus „Findet Nemo“ und einem Südseeaquarium. Einfach atemberaubend, welche Vielfalt an Fischen, Pflanzen und Korallen es gibt.

Leider konnte ich nur einen Tauchgang machen, denn danach taten meine Ohren weh und ich fühlte mich auch Gesundheitlich mal wieder nicht so fit. Also ging ich noch eine Runde vorort schnorcheln, was sich auch echt super lohnt. Auch wollte ich meine frisch reparierte Unterwasserkamera endlich testen. Allerdings gab sie wieder, gerademal nach drei Fotos, den Geist auf. Ich dachte ich Spinn. Dort sah ich auch noch einen rießen Schwarm Delphine. Etwas ganz seltenes. 🙂
Am nächsten Tag fühlte ich mich auch nicht besser, sondern eher schlechter, und konnte deswegen auch nicht tauchen gehen. Stattdessen ruhte ich in einer Hängematte am Strand und habe die Krepse beobachtet. Faszinierende Tiere.
Nach vier Nächten und leider nur einem Tauchgang bin ich dann zurück nach Suva zu meinen Freunden gefahren. Dort den Arzt aufgesucht, ein Medikament verschrieben bekommen, geruht, geschlafen und wenig gegessen. Nach zwei Tagen dann der große Hunger und die große Motivation. Doch viel ging nicht mehr, denn ich Stand kurz vor meinem Flug nach Neuseeland. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. In weniger als 3 Monaten stehe ich dann schon wieder auf deutschem Boden.

Jetzt bin ich schon in Neuseeland, genauer gesagt in Auckland angekommen und habe meinen alten Klassenkameraden Stefan getroffen. Wir werden beide zusammen die nächsten 8 Wochen durch Neuseeland reisen und überlegen gerade ob mit gemietetem Van oder doch per Bus und Anhalter 🙂

Soweit von mir! Ich freu mich, auch zu hören, wie es euch geht? Von manchen, wie lief das schriftliche Abitur oder die ersten Klausuren an der Uni?

Viele Grüße
Euer Kai



„Welcome to Hollywood“

5 03 2012

So, da bin ich schon wieder…

Erstmal herzlichen Dank für die vielen Emails die ich von meinem letzten Bericht erhalten habe. Ich habe mich sehr gefreut!!! Weiter so 😉

Der Abschied aus Salta war gar nicht so leicht wie gedacht. Denn vorallem die Hausmeisterfamilie, um die Mutter Ana, ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Durch sie hatte ich einen tollen Einblick in das argentinische Leben; Reiten, Weihnachten, Karneval und diverses leckeres Essen. Trotzdem bin ich wie geplant abgereist. Zuerst ging es in einer knapp 24 Stunden langen Busfahrt nach San Raphael. Dort sind Marcos, ein verrückter Kumpel aus Salta den ich von der Fundation kenne, und ich am ersten Tag in die Berge gefahren. San Raphael liegt südlich von Mendoza an den Anden und ist bekannt für spektakuläres Rafting. Als wir allerdings ankamen hatte der Fluss fast 80cm weniger Wasser und wir entschieden nicht zu raften, da es sehr langweilig schien. Also gingen wir einfach nur im Fluss an einer gemütlichen Stelle baden und begrüßten vorbeifahrende Raftinggruppen in Indianerslang mit „Howh“.
Am nächsten Tag liehen wir uns vom Hostel Fahrräder und fuhren knapp 30 km von Weinprobe zu Weinprobe. Sehr lustig. Am abend kauften wir uns was leckeres zum kochen und aßen uns die Bäuche dick.
Tags drauf bin ich dann schon in aller frühe nach Mendoza abgereist. Marcos suchte noch am selben Tag seine Fahrradgruppe auf, die er in 10 Tagen auf Fahrrädern durch die Anden nach Chile führte.
An diesem morgen begann mal wieder mein Magen-Darm-Trackt verrückt zu spielen. Aber in der Hinsicht haut mich jetzt glaube ich nicht mehr viel um; denn die Tage in Mendoza habe ich zusammengerollt in meinem Bett verbracht. Denn die Schmerzen im Unterleib waren unerträglich. Trotzdem hatte ich großen Hunger und keine sonstigen Symptome. Auch bin ich mehrmals durch die Stadt gelaufen. Wirklich eine super schöne Stadt. Man sieht vor lauter riesigen Bäumen die Häuser gar nicht mehr. Und fasst alle Straßen sind komplett überdacht von den selben unglaublich großen Bäumen. San Rafael war übrigens sehr ähnlich nur nicht ganz so extrem.

Die Fahrt nach Santiago de Chile war ein wahres Spektakel. Die Straße führte mitten durch die Anden. Sogar den höchsten Berg Südamerikas habe ich erspäht. Aconaqua mit mehr als 6900 Metern Höhe ist der höchste Berg auserhalb von Asien. Super beeindruckend!! Eine wahnsinnige Straße sind wir einen Berg in Chile runter gefahren. Dort konnte man von ganz oben bis nach ganz unten die Serpentinen sehen. Ihr müsst euch unbedingt das Bild dazu anschauen. In Chile angekommen wurde ich super herzlich von Benjamin und seiner Familie aufgenommen und begrüßt. Am nächsten Tag sind wir dann in eine super Klinik gefahren und ich wurde komplett durchgecheckt. Natürlich erst, nachdem sie genügend Geld von mir gesehen hatten. Auf jeden Fall stellte sich heraus, dass es nicht wie ich vermutet hatte mein Blinddarm war, der einen Infekt hatte (die Schmerzen waren in die rechte untere Bauchgegend gewandert), sondern nur mein Dickdarm verrückt gespielt hatte. Also alles in Butter. Nur musste ich einer ganz „bitteren“ Diät standhalten. Kein Gemüße und kein Obst und auch keine Milch. Nur Nudeln, Reis und Fleisch 🙂 Benjamin hat mir dann einen Tag lang Downtown Santiago gezeigt. Wirklich eine interessante Stadt. Auserdem sind wir auch noch auf einen höheren Berg in der Nähe gefahren. Von dort kann man die ganze Stadt überblicken und eigentlich auch noch die super hohen Berge im Hintergrund gut erblicken. Allerdings hat Santiago, da es von Bergen komplett umrundet ist, ein großes Smogproblem und wir konnten die Berge leider nur schwach erkennen. Nachdem ich mich in Santiago gut erholt hatte ging es dann auch schon weiter nach Los Angeles.

Dort angekommen habe ich mein Hostel ganz in der Nähe aufgesucht. Ein sehr, auf die Hautfarbe bezogener, dunkler Stadtteil. Aber darüber machte ich mir keine Sorgen. Von dort aus konnte ich relativ gut die Innenstadt, den Strand erreichen und es war günstig.
Am selben Tag noch habe ich mich mit einer Freundin, namens Kelsey, von meiner Schwester Lea getroffen, die in LA-Downtown wohnt. Durch sie habe ich die Stadt ein bisschen kennen gelernt und wir waren noch gemeinsam in dem für die Westküste berühmten Burgerrestaurant „In and Out Burger“ lecker essen. Diese Restaurantkette kann ich jedem nur empfehlen der gerne leckere Burger isst und an der Westküste unterwegs ist. (Extra Tipp: Bestellt es als „Animal-Style“, dann wird extra Käse, Speck und Zwiebeln auf Burger und Fries verteilt!!!) Auf dem Weg abends zurück zur U-Bahn bin ich an einem Filmset vorbeigekommen. Dort habe ich angehalten und mir länger das Treiben angeschaut. Auf einmal kommt, wie sich im späteren Gespräch herausstellte, der Manager auf mich zu und fragte, was ich hier tue. Darauf entwickelte sich ein Gespräch von über einer Stunde und am Ende habe ich sogar noch mit den Schauspielern Pizza gegessen, die mir der Manager, Name dummerweise vergessen, mit den Worten „Welcome in Hollywood“ überreicht hatte.
Tagsdrauf habe ich das leckere Blueberrymuffinfrühstück mit Kaffee und Popcorn als Nachtisch genossen. Ja, mein Hostel hatte eine Popcornmaschine frei zugänglich… einfach nur gut! Also wie ihr merkt. Ich habe mich richtig wohl gefühlt in den Staaten, vorallem, da ich gerne mal so richtig amerikanisch esse. 🙂
Am Tag nach den Oscars war ich dann auch in Hollywood mal unterwegs. Denn am Tag der Oscars war alles abgesperrt und man konnte nicht wirklich viel sehen. Dort habe ich dann die Abbaumasnahmen gesehen. Wirklich ein verrückter Stadtteil 🙂
Die berühmten Strände Santa Monica und Venice Beach konnte ich natürlich auch nicht auslassen. Also lief ich einen Tag fast 10 km nur am Strand und wurde Zuschauer eines tollen Sunsets und Fotoshootings im Hintergrund.
Ansonsten habe ich in Los Angeles ziemlich gefrohren. Denn es waren nur 14 Grad. Eigentlich total ungewöhnlich für LA und auch ich war klamottentechnisch nicht sonderlich drauf vorbereitet. Aber es war eine super Zeit. Endlich konnte ich mal wieder ein richtiges Gespräch mit jemanden führen, denn auf spanisch fiel mir sowas immer noch relativ schwer.

Jetzt bin ich schon auf Fidschi und hier ist es wunderbar!!! Mehr dazu dann bald hier!! Also immer mal wieder vorbei schauen!

Freu mich auf Rückmeldung auch unter kai_sommer@hotmail.de

Viele Grüße
Kai