Nord-Neuseeland – Leben in einem Film!
22 04 2012Hallo zusammen,
seit meinem letzen Blogeintrag ist eine Menge passiert! Stefan, mein Klassenkamerad aus Deutschland, mit dem ich mich hier in Neuseeland, besser gesagt Auckland, getroffen habe, und ich haben beschlossen für 6 Wochen einen Campervan zu mieten und damit komplett Neuseeland zu erkunden. Gerade heute morgen sind wir mit der Fähre auf die Südinsel gefahren. Jetzt sitze ich in einer einsamen Bucht inmitten der Malboroughsounds am Strand.
Kurzer Rückblick:
Nachdem wir den Van abgeholt und einen Gro0einkauf hinter uns hatten (riesen Mengen an Reis, Nudeln und Kartoffeln, die für die 6 Wochen reichen sollten) haben wir uns auf den Weg in die Northlands gemacht um bis zum nörlichsten Leuchtturm Neuseelands zu kommen – Cape Reinga. Auf dem Weg dahin haben wir noch die Bay of Islands abegklappert, die uns jetzt persöhnlich nicht so spannend erschien, an der 90 Miles-Beach vorbei, die nichtmal 90 km lang ist, bis wir endlich oben waren an dem berühmten Leuchtturm 18000 km entfernt von London. Unglaublich wie weit weg man von der Heimat ist, aber doch so nah – nur 24 Stunden mit dem Flugzeug und nur einen Klick entfernt über das Internet.
Zurück Richtung Auckland ging es dann an der Westküste der Northlands vorbei an dem größtem lebendem Kauri-Baum Neuseelands mit 13 Meter Umfang, ca. 70 Metern Höhe und einem Alter von 1200 Jahren. Einfach nur unfassbar.
Dann sind wir direkt nach Coromandel gedüst. Diese Halbinsel liegt östlich von Auckland. Dort hat Stefan in einem Ort namens Pauanui mal gearbeitet und wir konnten dort problemlos bei den ehemaligen Arbeitgebern im Vorgarten unterkommen. Wir haben dort eine Tageswanderung ganz im Norden unternommen und waren auf der größten amerikanischen Autoshow von Neuseeland! Natürlich waren wir auch am Cathedral Cove – das war ein Highlight. Denn wir sind um 4 Uhr morgens aus Pauanui losgefahren um den Sonnenaufgang in kompletter Einsamkeit am Strand von Cathedral Cove bei einem super Frühstück zu geniesen! Einfach nur toll!!! Kaum waren wir fertig mit dem Essen, bekamen wir auch schon Besuch von anderen Touristen.
Unser nächster spannender Stop war Roturua, eine Stadt, die ständig in einer Schwefelwolke liegt. Das muss man sich mal vorstellen, da riecht es dauerhaft nach faulen Eiern. Für mich unbegreiflich, wie man damit als Einwohner zurecht kommt. Aufjedenfall gibt es dort sehr viel vulkanische Aktivität und man kann sich verschieden farbige Seen, die von Gelb über Grün bis Rot reichen, Mud-Pools, in denen der Schlamm ständig rumspritzt und einen Gysir anschauen (National Park: Wai-O-Tapu). Danach haben wir noch ein geothermales Bad besucht mit verschiedenen heißen Pools – sehr entspannend!
Da das Wetter umzuschlagen drohte, sind wir kurzerhand zu den Waitomo Caves gefahren. Diese atemberaubenden Höhlen sind an manchen Stellen voll mit Glühwürmchen. Die hängen dort an der Decke und wenn man raufschaut denkt man, man guckt in einen Sternenhimmel – unfassbar! (Fotos leider verboten)
Von dort ging es weiter Richtung Westen um den Mount Egmont zu besichtigen. Ein Vulkan, wie aus einem Kinderbuch, der allderings die meiste Zeit komplett in Wolken eingehüllt ist. Allerdings hatten wir riesen Glück, denn am Morgen des Aufstieges kam ein heftiger Wind, der alle Wolken wegblies. Trotzdem konnten wir nicht den Gipfel erklimmen, denn der Wind war so stark und vorallem böhig. Am Abend sind wir dann noch nach Whanganui gefahren, dort haben wir Bekannte von meinem Vater getroffen, die er vor 30 Jahren in Neuseeland besucht hatte. Eine unglaublich nette Familie, die uns für das gesamte Osterwochenende aufgenommen hat. Wir hatten eine super Zeit, konnten waschen, duschen, uns wurde die Umgebung gezeigt, wir waren Jetski fahren und Stefan und ich haben am Ostersonntag noch ein typisch deutsches Gericht gezaubert, worüber sie sich am meisten gefreut hatten.
Ostermontag sind wir dann wieder Richtung Norden aufgebrochen – Taupo war unser nächstes Ziel, auf dem Weg dahin aber den Tongariro National Park, der vorallem dafür bekannt ist, dass dort der Schicksalsberg von Herr der Ringe steht. Also haben wir uns entschieden die 8-stündige Wanderung + die Erklimmung des Schicksalberges mit 2 anderen Packpackern zu durchstehen. Ein langer Tag mit einer atemberaubenden Landschaft und super Fotos! Bei der Besteigung des Schicksalberges haben wir genauso gejammert wie Frodo, allerdings hatten wir keinen Ring und durften Schuhe tragen. Der Berg ist sowas von steil und es gibt keinen Weg, sondern nur Geröll!!!! =)
In Taupo angekommen, war das Wetter nicht gut, trotzdem sind wir zu den Huka-Falls, die durch die erstaunlich blaue Wasserfarbe sehr bekannt sind, gelaufen und haben auf dem Rückweg eine dampfenden Fluss entdeckt. Badehose raus und rein – es war allerdings so dermaßen heiß, dass wir uns erst langsam daran gewöhnen und immer wieder in den kalten Hauptfluss, in den die Quellen mündeten, schwimmen mussten.
Von Taupo ging es nach Napier. Eine Stadt, die im Erdbeben von 1931 völlig zerstört und im damiligen Stil wieder komplett errichtet wurde! Unglaublich schön! Von dort ging es nach Palmerston North, wo wir bei einem Backpacker, den ich in LA kennen gelernt hatte, unterkommen konnten. Mit ihm sind wir dann Richtung Wellington gefahren um an einem Strand nach den beliebten Pauashells zu suchen. Pauashells sehen aus wie nur ein Teil von einer Muschel, allerdings behaust von einer Schnecke. Das Fleisch soll eine Delikatesse sein und aus den Schalen wird Schmuck hergestellt. Wir fanden an den Stränden jedemenge, allerdings leider nur leere, Schalen. Wir übernachteten eine Bucht weiter und fuhren am nächsten morgen nach Wellington. Dort hatten wir viel Zeit, liefen durch die Stadt und fuhren nochmal an einen kleinen Strand um Mittagessen zu kochen. Dort lief ich entlang und sah zwei Pauashells, also wollte ich sie aufheben, doch ich konnte sie nicht bewegen. Das hieß also, sie lebten!!! Mit unseren Messern konnten wir sie von den Steinen lösen und suchten nach dieser großen Überraschung nach noch mehr. Nach langem Suchen und fast schon dem Aufgeben fanden wir circa 30 weitere in einer kleinen Ecke. Weiter zwei nahmen wir mit, die anderen lösten wir von den Steinen und warfen sie ins tiefere Meer und retteten somit, zumindest für eine kurze Zeit, ihr Leben.
Die gesammelten vier Shells nahmen wir mit zum Van, und froren sie ein. 2 Tage später bereiteten wir die Pauashells zu, nach einer Delikatesse schmeckten sie uns nicht =)
Ansonsten komme ich mir hier oft vor wie in einem Film. Die Landschaft ist malerisch und man kennt sie nur aus Reportagen und die Städte einfach nur hübsch!
Jetzt sind wir wie gesagt schon auf der Südinsel, haben den Van noch knappe 2 Wochen und ich werde noch so viele neue Geschichten zu erzählen haben.
Dieser Artikel ist jetzt relativ kurz im Verhältnis was alles passiert ist. Wer noch mehr erfahren möchte und vorallem Fotos sehen möchte, meldet sich bei mir, dann machen wir mal einen Neuseelandabend, wenn ich wieder daheim bin!
Viele Grüße und ich freue mich auf Rückmeldung
Kai
P.S.: Fotos folgen, kann momentan keine hochladen!!!










PAUASHEELLLLS!! 😉
Wow! ich bin begeistert und gleichzeitig unendlich neidisch!!
Aber hier regnets wenigstens und ich sitze von morgens bis abends am Schreibtisch oder in der Uni.
Wann skypen wir wieder?