Süd-Neuseeland – einfach ein Traum

1 06 2012

Gerade, so fühlt es sich jedenfalls an, habe ich noch den Blogeintrag für die Nordinsel verfasst und jetzt sitze ich schon in Sydney in einem Hostel inmitten der Stadt, es regnet und ich habe endlich mal Zeit euch auf den neusten Stand der Dinge zu bringen, oder besser gesagt das Spektakel der Südinsel zu erläutern.

Mit der Fähre in Picton morgens angekommen sind wir direkt in die Malboroughsounds gefahren. Von dort ging es weiter über Nelson zum Abel Tasman Ntional Park und hoch zur Goldbay. Der Abel Tasman ist der meist besuchte Park Neuseelands. Wir sind morgens mit einem Wassertaxi vorbei am Split-Apple bis in die Mitte des Parks gebracht worden. Dann sind Stefan und ich über traumhafte Wege vorbei an CleopatrasPool ca. 8 Stunden zu unserem Auto gelaufen! Ein Traum. Von dort sind wir dann runter nach Westport gefahren, wo wir eine alte Freundin von mir aus den USA getroffen haben. Dann ging es weiter Richtung Christchurch um meine Kamera in Reperatur zu geben. Die Wartetage verbrachten wir auf der Bankspeninsula östlich von Christchruch.  Zurück an die Westküste ging es dann über den spektaklulären Arthurspass nach Greymouth und dort zu einem Messer-Selbst-Mach-Kurs. Ja ihr habt richtig gelesen, ich habe mein eigenes Jagdmesser geschmiedet. Der Kurs ging einen ganzen Tag und war echt toll. Es fing an mit dem groben schmieden des Stahls über die ersten Schleifarbeiten bis zum bearbeiten des Holzgriffes und dem Entpolieren. Dort haben wir sehr nette andere Deutsche getroffen, mit denen wir den Abend am Meer mit einem rießigen Feuer verbrachten. Die nächsten Tage reisten wir ähnliche Wege und trafen uns abends meist wieder zum Feuer machen und einfach nur entspannen. Weiter ging es Richtung Franz Josef und dem Fox Gletscher, wo wir leider nur Regen und Nebel hatten und leider gar nichts von den Gletschern sehen konnten,  über Wanaka nach Queenstown. Zwischen durch besuchten wir noch die alten Golddörfer. Auch wir versuchten unser Glück, aber die großen Nuggets konnten wir leider nicht finden, dafür haben wir wirklich kleine Miniplätchen gefunden, Wert wahrscheinlich 2ct 😉 Aber es hat Spaß gemacht mal 2 Stunden im Fluss zu stehen und Gold zu waschen. Nach 2 Stunden waren wir dann auch recht erschöpft und konnten uns kaum vorstellen wie damals einzelne dies für länger als 20 Jahre gemacht haben…

Am Lake Wanaka begegneten wir dann dem ersten Schnee. Wir merkten schon, dass es nachts extrem kalt wurde und wir in Jeans, Pulli und Mütze in unsere Decken kriechen mussten. Und dann waren aufeinmal sämtliche Berge der Südalpen weis. Toll!!! Wiedermal traumhaft. In Queenstown sind wir dann noch auf den Berg gestiegen und haben tolle Fotos gemacht. Dort war der Schnee leider schon wieder von den Bergen geschmolzen. Außerdem besuchten wir die Geburtstätte des modernen Bungijumping und den Fluss Anduin aus der Herr der Ringe Verflimung. Von dort ging es dann weiter nach Milfordsound. Das war dann mal wieder traumhaft. Wir hatten atemberaubendes Wetter und weise Bergspitzen. Dementsprechend kalt war es auch, aber einfach nur fantastisch. Wir haben eine 2-stündige Bootsdurch durch den Sound, der durch einen Gletscher vor 1000enden Jahren geprägt wurde.  Dann fuhren wir weiter am Rande der Fiordlands nach Süden, Invercargil und die Catlins, bis nach Dunedin. Die Catlins sind eine wirklich schöne Ecke mit vielen leeren Stränden und sehr ruppigem Wetter. Dort hatten wir auch von einer Höhle gelesen, die „Mann“ alleine mit Taschenlampe durchlaufen kann, naja, für Stefan und mich das wohl eher fast durch kriechen. Den Eingang konnten wir kaum finden, denn er war so groß das gerade ein Bierkasten durchgepasst hätte. Aber danach öffneten sich rießige Gewölbe. Einfach super, kostenlos und mit sehr viel Adrenalin verbunden, denn es gab keinen Guide und keine Beleuchtung. Nur 2 Taschenlampen und ein paar Markierungen wo lang es ging 😉 In Dunedin trafen wir dann den Alexander, Sohn von Bekannten, der dort studiert. Er zeigte uns die Uni und seine Bude! 😉 Von dort wieder ins landesinnere zu Mt. Cook und dem Tasman Gletscher, wo wir leider dann wieder nicht so gutes Wetter hatten, dabei wollten wir zwingend noch mal einen Gletscher sehen -.- naja, man kann es nicht erzwingen. Dafür haben wir uns ein bisschen Geltscher-Eis mitgenommen und einen Jack Daniels auf Gletschereis getrunken. Wer kann denn bitte behaupten schonmal sowas geiles gemacht zu haben! Ich glaube nicht all zu viele! War super 😉
Dann sind wir nochmal zum Arthurspass gedüst und hatten traumhaftes Wetter und haben einen über 100 Meter hohen Wasserfall entdeckt! Die letzen Tage verbrachten wir dann noch vor Christchurch um die Reise ausklingen zu lassen.

Es war wirklich eine tolle Reise, mit über 9000 km gefahrener Strecke! Dank an Stefan, der es so lange mit mir ausgehalten hat! Ich hatte wirklich eine fantastische Zeit!!!!!
Kann ich wirklich nur jedem empfehlen dies auchmal zu tun!
Jetzt, sitze ich schon in Singapur, bei über  25 Grad und extremer schwüle und habe mit großem Schreck feststellen müssen, dass ich dringend meinen Blog aktualisieren muss. Denn ich hatte schon wirklich 10 tolle Tage in Sydney, doch dazu später mehr!

Zu den Fotos – Ist natürlich wieder nur eine super kleine Auswahl, aber wie gesagt, dann in Deutschland mehr. Auch der Text ist diesmal relativ kurz, aber ich kann gar nicht alles hier rein schreiben, dann hätte ich an meinen Fingerkuppen Blasen und ihr bräuchtet Stunden dies zu lesen, dazu dann auch mehr, wenn ich wieder da bin 🙂

 



Nord-Neuseeland – Leben in einem Film!

22 04 2012

Hallo zusammen,

seit meinem letzen Blogeintrag ist eine Menge passiert! Stefan, mein Klassenkamerad aus Deutschland, mit dem ich mich hier in Neuseeland, besser gesagt Auckland, getroffen habe, und ich haben beschlossen für 6 Wochen einen Campervan zu mieten und damit komplett Neuseeland zu erkunden. Gerade heute morgen sind wir mit der Fähre auf die Südinsel gefahren. Jetzt sitze ich in einer einsamen Bucht inmitten der Malboroughsounds am Strand.
Kurzer Rückblick:
Nachdem wir den Van abgeholt und einen Gro0einkauf hinter uns hatten (riesen Mengen an Reis, Nudeln und Kartoffeln, die für die 6 Wochen reichen sollten) haben wir uns auf den Weg in die Northlands gemacht um bis zum nörlichsten Leuchtturm Neuseelands zu kommen – Cape Reinga. Auf dem Weg dahin haben wir noch die Bay of Islands abegklappert, die uns jetzt persöhnlich nicht so spannend erschien, an der 90 Miles-Beach vorbei, die nichtmal 90 km lang ist, bis wir endlich oben waren an dem berühmten Leuchtturm 18000 km entfernt von London. Unglaublich wie weit weg man von der Heimat ist, aber doch so nah – nur 24 Stunden mit dem Flugzeug und nur einen Klick entfernt über das Internet.
Zurück Richtung Auckland ging es dann an der Westküste der Northlands vorbei an dem größtem lebendem Kauri-Baum Neuseelands mit 13 Meter Umfang, ca. 70 Metern Höhe und einem Alter von 1200 Jahren. Einfach nur unfassbar.

Dann sind wir direkt nach Coromandel gedüst. Diese Halbinsel liegt östlich von Auckland. Dort hat Stefan in einem Ort namens Pauanui mal gearbeitet und wir konnten dort problemlos bei den ehemaligen Arbeitgebern im Vorgarten unterkommen. Wir haben dort eine Tageswanderung ganz im Norden unternommen und waren auf der größten amerikanischen Autoshow von Neuseeland! Natürlich waren wir auch am Cathedral Cove – das war ein Highlight. Denn wir sind um 4 Uhr morgens aus Pauanui losgefahren um den Sonnenaufgang in kompletter Einsamkeit am Strand von Cathedral Cove bei einem super Frühstück zu geniesen! Einfach nur toll!!! Kaum waren wir fertig mit dem Essen, bekamen wir auch schon Besuch von anderen Touristen.

Unser nächster spannender Stop war Roturua, eine Stadt, die ständig in einer Schwefelwolke liegt. Das muss man sich mal vorstellen, da riecht es dauerhaft nach faulen Eiern. Für mich unbegreiflich, wie man damit als Einwohner zurecht kommt. Aufjedenfall gibt es dort sehr viel vulkanische Aktivität und man kann sich verschieden farbige Seen, die von Gelb über Grün bis Rot reichen, Mud-Pools, in denen der Schlamm ständig rumspritzt und einen Gysir anschauen (National Park: Wai-O-Tapu). Danach haben wir noch ein geothermales Bad besucht mit verschiedenen heißen Pools – sehr entspannend!

Da das Wetter umzuschlagen drohte, sind wir kurzerhand zu den Waitomo Caves gefahren. Diese atemberaubenden Höhlen sind an manchen Stellen voll mit Glühwürmchen. Die hängen dort an der Decke und wenn man raufschaut denkt man, man guckt in einen Sternenhimmel – unfassbar! (Fotos leider verboten)

Von dort ging es weiter Richtung Westen um den Mount Egmont zu besichtigen. Ein Vulkan, wie aus einem Kinderbuch, der allderings die meiste Zeit komplett in Wolken eingehüllt ist. Allerdings hatten wir riesen Glück, denn am Morgen des Aufstieges kam ein heftiger Wind, der alle Wolken wegblies. Trotzdem konnten wir nicht den Gipfel erklimmen, denn der Wind war so stark und vorallem böhig. Am Abend sind wir dann noch nach Whanganui gefahren, dort haben wir Bekannte von meinem Vater getroffen, die er vor 30 Jahren in Neuseeland besucht hatte. Eine unglaublich nette Familie, die uns für das gesamte Osterwochenende aufgenommen hat. Wir hatten eine super Zeit, konnten waschen, duschen, uns wurde die Umgebung gezeigt, wir waren Jetski fahren und Stefan und ich haben am Ostersonntag noch ein typisch deutsches Gericht gezaubert, worüber sie sich am meisten gefreut hatten.

Ostermontag sind wir dann wieder Richtung Norden aufgebrochen – Taupo war unser nächstes Ziel, auf dem Weg dahin aber den Tongariro National Park, der vorallem dafür bekannt ist, dass dort der Schicksalsberg von Herr der Ringe steht. Also haben wir uns entschieden die 8-stündige Wanderung + die Erklimmung des Schicksalberges mit 2 anderen Packpackern zu durchstehen. Ein langer Tag mit einer atemberaubenden Landschaft und super Fotos! Bei der Besteigung des Schicksalberges haben wir genauso gejammert wie Frodo, allerdings hatten wir keinen Ring und durften Schuhe tragen. Der Berg ist sowas von steil und es gibt keinen Weg, sondern nur Geröll!!!! =)

In Taupo angekommen, war das Wetter nicht gut, trotzdem sind wir zu den Huka-Falls, die durch die erstaunlich blaue Wasserfarbe sehr bekannt sind, gelaufen und haben auf dem Rückweg eine dampfenden Fluss entdeckt. Badehose raus und rein – es war allerdings so dermaßen heiß, dass wir uns erst langsam daran gewöhnen und immer wieder in den kalten Hauptfluss, in den die Quellen mündeten, schwimmen mussten.

Von Taupo ging es nach Napier. Eine Stadt, die im Erdbeben von 1931 völlig zerstört und im damiligen Stil wieder komplett errichtet wurde! Unglaublich schön! Von dort ging es nach Palmerston North, wo wir bei einem Backpacker, den ich in LA kennen gelernt hatte, unterkommen konnten. Mit ihm sind wir dann Richtung Wellington gefahren um an einem Strand nach den beliebten Pauashells zu suchen. Pauashells sehen aus wie nur ein Teil von einer Muschel, allerdings behaust von einer Schnecke. Das Fleisch soll eine Delikatesse sein und aus den Schalen wird Schmuck hergestellt. Wir fanden an den Stränden jedemenge, allerdings leider nur leere, Schalen. Wir übernachteten eine Bucht weiter und fuhren am nächsten morgen nach Wellington. Dort hatten wir viel Zeit, liefen durch die Stadt und fuhren nochmal an einen kleinen Strand um Mittagessen zu kochen. Dort lief ich entlang und sah zwei Pauashells, also wollte ich sie aufheben, doch ich konnte sie nicht bewegen. Das hieß also, sie lebten!!! Mit unseren Messern konnten wir sie von den Steinen lösen und suchten nach dieser großen Überraschung nach noch mehr. Nach langem Suchen und fast schon dem Aufgeben fanden wir circa 30 weitere in einer kleinen Ecke. Weiter zwei nahmen wir mit, die anderen lösten wir von den Steinen und warfen sie ins tiefere Meer und retteten somit, zumindest für eine kurze Zeit, ihr Leben.
Die gesammelten vier Shells nahmen wir mit zum Van, und froren sie ein. 2 Tage später bereiteten wir die Pauashells zu, nach einer Delikatesse schmeckten sie uns nicht =)

Ansonsten komme ich mir hier oft vor wie in einem Film. Die Landschaft ist malerisch und man kennt sie nur aus Reportagen und die Städte einfach nur hübsch!

Jetzt sind wir wie gesagt schon auf der Südinsel, haben den Van noch knappe 2 Wochen und ich werde noch so viele neue Geschichten zu erzählen haben.

Dieser Artikel ist jetzt relativ kurz im Verhältnis was alles passiert ist. Wer noch mehr erfahren möchte und vorallem Fotos sehen möchte, meldet sich bei mir, dann machen wir mal einen Neuseelandabend, wenn ich wieder daheim bin!

Viele Grüße und ich freue mich auf Rückmeldung

Kai

P.S.: Fotos folgen, kann momentan keine hochladen!!!



Vanuinui Vinaka

25 03 2012

Nach einem durchaus langen Flug von Los Angeles nach Suva auf Fidschi und dann noch einer 4-stündigen Autofahrt mit einem Fahrer aus Hannas Büro von Nadi nach Suva, wo mich unsere ehemaligen Nachbarn Hanna und Daniel mit Tochter Antonia herzlich in Empfang nahmen.

Kaum angekommen, schon sind wir alle am nächsten Tag, dem Sonntag, Hobie segeln gegangen. Hobies, dass sind ganz kleine Katamaranschiffe, die maximal für 2 Personen ausgelegt sind. Dort sind wir jeder mit einem Guide versorgt worden und schon ging der Spaß los. Wir entschieden uns zur Sandbank raus zu fahren. Die Jungs haben es so drauf. Selbst bei wenig Wind rauscht man sehr flott über das Wasser. Und nach kurzem erklären hing ich auch schon an einem Seil außerhalb des Bootes, nur Kontakt mit dem Boot über meine Füße, einfach nur deswegen, um dem Boot mehr Gegengewicht zu geben und natürlich auch, weil es extrem Spaß macht, wenn man einen halben Meter horizontal bei einem Affenzahn über dem Meer hängt. Wenn man dann trotzdem zu leicht ist, oder das Boot mehr in den Wind stellt, kippt das Boot und plötzlich steht man fast oben auf dem Boot, während das Segel fast das Wasser berührt! Nur was für Könner! Als Crew, was ich war, kein Problem – vertrau dem Captain. Bei mir hat das auch geklappt. Daniel zu erst, dann Hanna sind mit ihrem Boot gekentert, als sie diese Manöver ausprobierten. Um dann Antonia auf unser Boot zu ziehen und Hanna zu helfen ihr Boot wieder in nomrale Wasserlage zu bekommen, bin ich dann freiwillig vom fahrenden Boot gesprungen. Allein das war schon toll. Das Wasser ist nämlich selbst draußen auf dem Meer immer noch um die 27 Grad, also fast so wie im Wirlpool 🙂 Auf der Sandbank, mit ein paar Kokospalmen und ca. 40 Quadratmetern trockenem Land, schon fast eine Insel, haben wir halt gemacht. Dort trafen wir dann zufällig Freunde von Hanna und Daniel, die jeden Sonntag mit ihrem Boot hier raus fahren um dann im Wasser plantschend Bier trinken und sich die Sonne auf den Kopf scheinen lassen. Einfach ein unglaubliches (super positiv) Leben.

Eines Tages wollte Daniel mit mir unbedingt in einen Wald fahren um mir dort den Fluss zu zeigen. Also hoppten wir ins Auto und sind zum Wald und dann in den Wald über Wege, dass hätte wirklich nur ein Jeep gepackt, gefahren. Zwischendurch luden wir noch ein Ehepaar auf, wo der Mann das Auto bewachen wollte, während wir am Fluss waren. Der Fluss war echt super schön. Er bestand eigentlich aus verschieden hohen Seen, die mit kleinen Wasserfällen verbunden waren. Ein Teich war tief genug und ein Baum passend drüber gewachsen, dass einer eine Liane reingehängt hatte und man sich von weit oben hinabschwingen konnte, um dann über dem Teich loszulassen. Das war also der Adrenalinkick, den Daniel an diesem Tag brauchte und mir tat er auch gut! Das Wasser war endlich mal erfrischend, nicht so wie die Meertemperatur und es hat einen heiden Spaß gemacht. Man fühlt sich gleich 10 Jahre jünger 🙂

Freitag morgen, vor meinem Geburtstag am Montag, wurden mir plötzlich mit viel Getöse Luftschlangen ins Gesicht gepustet. Kurz darauf habe ich Schnorchel, Brille und Flossen in die Hand gedrückt bekommen und mir wurde gesagt, dass wir heute einen Tauchkurs beginnen, den mir meine Eltern und Sie zum Geburtstag schenken wollen. Gesagt getan, sind wir kurz darauf in das Schwimmbad gefahren um erst dort, die 2 folgenden Tage dann im Meer, tauchen zu lernen. Mit Übungen, wie unter Wasser die Brille abnehmen, wieder aufsetzen und dann das Wasser rauspusten oder Airsharing oder was man in Notfällen macht wurden wir die drei Tage beschäftigt. Am Montag, meinem Geburtstag habe ich dann noch den Theorietest gemacht und bestanden und darf ab dem 12.3.12 als Open Water Diver überall auf der Welt bis 20 Meter Tiefe tauchen. Toll!!!

Und dann hieß es Vanuinui Vinaka, also herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Es war soweit, ich wurde 21 und mit einem leckeren Kuchen und 21 Kerzen überrascht! Versuch mal 21 Kerzen, die auf einem Bananenblatt verteilt sind (sehr große Blätter), mit einem Atemzug auszupusten. Wenn man das dann irgendwann nicht mehr schafft, ist man glaub ich alt. 😀
Am Abend kamen dann noch ein paar Freunde und unsere Nachbarn vorbei. Wir haben Gulasch mit Spätzle gekocht. Einfach lecker! Davor gab es für alle erstmal eine Runde Kava. Kava, das ist Getränk, was aus getrockneten und gemahlenen Wurzeln und dann mit Wasser angerührt wird, zubereitet wird. Es ist ein altes Ritual dieses Getränk immer an wichtigen Ereignissen im Dorf mit allen Männern zu trinken. Dazu gibt es auch eine speziellen Ablauf. Der war bei uns jetzt nicht so streng. Als Geburtstagskind durfte ich als erster eine halbe Kokosnussschale davon leeren. Kurz danach hatte ich einen tauben Mund. Hab mich wie beim Zahnarzt gefühlt. Ich hab vergessen zu erwähnen, dass Kava starke betäubende Wirkungen hat. Wenn man zu viel trinkt schläft man einfach ein und ist am nächsten Tag zu nichts zu gebrauchen. Das merkte ich auch manchmal an den Wachmännern, die eigentlich das Haus behüten sollten.

Am Tag drauf bin ich dann kurzerhand mit der Fähre 20 Stunde zu einer entfernten Insel (Tavuni) gefahren, um dort an einer der angesagtesten Tauchspots der Welt meine frisch erlenten Fähigkeiten zu testen. Dort angkommen ist es wirklich ein absoluter Traum. Weiser Strand, türkisenes Meer und Palmen, die ins Meer hängen. So und noch ein bisschen schöner als ihr es euch gerade vorstellt sah die Aussicht aus meinem Zelt aus, was ich mir dort auf einem Resort gemietet hatte. Einfach unglaublich bei ständigem Wellengang einzuschlafen und auch aufzuwachen.
So ging ich also am ersten Tag tauchen. Ich war total aufgeregt. Das erste mal kein wirklicher Tauchlehrer dabei, neue Gegend, einfach nur spannend. Aber ich hatte einen total super Guide, der sich extra um mich gekümmert hat, weil ich mit Abstand der unerfahrenste Taucher war.
Unter Wasser denkt man, man befindet sich in einer Art Mischung aus „Findet Nemo“ und einem Südseeaquarium. Einfach atemberaubend, welche Vielfalt an Fischen, Pflanzen und Korallen es gibt.

Leider konnte ich nur einen Tauchgang machen, denn danach taten meine Ohren weh und ich fühlte mich auch Gesundheitlich mal wieder nicht so fit. Also ging ich noch eine Runde vorort schnorcheln, was sich auch echt super lohnt. Auch wollte ich meine frisch reparierte Unterwasserkamera endlich testen. Allerdings gab sie wieder, gerademal nach drei Fotos, den Geist auf. Ich dachte ich Spinn. Dort sah ich auch noch einen rießen Schwarm Delphine. Etwas ganz seltenes. 🙂
Am nächsten Tag fühlte ich mich auch nicht besser, sondern eher schlechter, und konnte deswegen auch nicht tauchen gehen. Stattdessen ruhte ich in einer Hängematte am Strand und habe die Krepse beobachtet. Faszinierende Tiere.
Nach vier Nächten und leider nur einem Tauchgang bin ich dann zurück nach Suva zu meinen Freunden gefahren. Dort den Arzt aufgesucht, ein Medikament verschrieben bekommen, geruht, geschlafen und wenig gegessen. Nach zwei Tagen dann der große Hunger und die große Motivation. Doch viel ging nicht mehr, denn ich Stand kurz vor meinem Flug nach Neuseeland. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. In weniger als 3 Monaten stehe ich dann schon wieder auf deutschem Boden.

Jetzt bin ich schon in Neuseeland, genauer gesagt in Auckland angekommen und habe meinen alten Klassenkameraden Stefan getroffen. Wir werden beide zusammen die nächsten 8 Wochen durch Neuseeland reisen und überlegen gerade ob mit gemietetem Van oder doch per Bus und Anhalter 🙂

Soweit von mir! Ich freu mich, auch zu hören, wie es euch geht? Von manchen, wie lief das schriftliche Abitur oder die ersten Klausuren an der Uni?

Viele Grüße
Euer Kai