„Welcome to Hollywood“

5 03 2012

So, da bin ich schon wieder…

Erstmal herzlichen Dank für die vielen Emails die ich von meinem letzten Bericht erhalten habe. Ich habe mich sehr gefreut!!! Weiter so 😉

Der Abschied aus Salta war gar nicht so leicht wie gedacht. Denn vorallem die Hausmeisterfamilie, um die Mutter Ana, ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Durch sie hatte ich einen tollen Einblick in das argentinische Leben; Reiten, Weihnachten, Karneval und diverses leckeres Essen. Trotzdem bin ich wie geplant abgereist. Zuerst ging es in einer knapp 24 Stunden langen Busfahrt nach San Raphael. Dort sind Marcos, ein verrückter Kumpel aus Salta den ich von der Fundation kenne, und ich am ersten Tag in die Berge gefahren. San Raphael liegt südlich von Mendoza an den Anden und ist bekannt für spektakuläres Rafting. Als wir allerdings ankamen hatte der Fluss fast 80cm weniger Wasser und wir entschieden nicht zu raften, da es sehr langweilig schien. Also gingen wir einfach nur im Fluss an einer gemütlichen Stelle baden und begrüßten vorbeifahrende Raftinggruppen in Indianerslang mit „Howh“.
Am nächsten Tag liehen wir uns vom Hostel Fahrräder und fuhren knapp 30 km von Weinprobe zu Weinprobe. Sehr lustig. Am abend kauften wir uns was leckeres zum kochen und aßen uns die Bäuche dick.
Tags drauf bin ich dann schon in aller frühe nach Mendoza abgereist. Marcos suchte noch am selben Tag seine Fahrradgruppe auf, die er in 10 Tagen auf Fahrrädern durch die Anden nach Chile führte.
An diesem morgen begann mal wieder mein Magen-Darm-Trackt verrückt zu spielen. Aber in der Hinsicht haut mich jetzt glaube ich nicht mehr viel um; denn die Tage in Mendoza habe ich zusammengerollt in meinem Bett verbracht. Denn die Schmerzen im Unterleib waren unerträglich. Trotzdem hatte ich großen Hunger und keine sonstigen Symptome. Auch bin ich mehrmals durch die Stadt gelaufen. Wirklich eine super schöne Stadt. Man sieht vor lauter riesigen Bäumen die Häuser gar nicht mehr. Und fasst alle Straßen sind komplett überdacht von den selben unglaublich großen Bäumen. San Rafael war übrigens sehr ähnlich nur nicht ganz so extrem.

Die Fahrt nach Santiago de Chile war ein wahres Spektakel. Die Straße führte mitten durch die Anden. Sogar den höchsten Berg Südamerikas habe ich erspäht. Aconaqua mit mehr als 6900 Metern Höhe ist der höchste Berg auserhalb von Asien. Super beeindruckend!! Eine wahnsinnige Straße sind wir einen Berg in Chile runter gefahren. Dort konnte man von ganz oben bis nach ganz unten die Serpentinen sehen. Ihr müsst euch unbedingt das Bild dazu anschauen. In Chile angekommen wurde ich super herzlich von Benjamin und seiner Familie aufgenommen und begrüßt. Am nächsten Tag sind wir dann in eine super Klinik gefahren und ich wurde komplett durchgecheckt. Natürlich erst, nachdem sie genügend Geld von mir gesehen hatten. Auf jeden Fall stellte sich heraus, dass es nicht wie ich vermutet hatte mein Blinddarm war, der einen Infekt hatte (die Schmerzen waren in die rechte untere Bauchgegend gewandert), sondern nur mein Dickdarm verrückt gespielt hatte. Also alles in Butter. Nur musste ich einer ganz „bitteren“ Diät standhalten. Kein Gemüße und kein Obst und auch keine Milch. Nur Nudeln, Reis und Fleisch 🙂 Benjamin hat mir dann einen Tag lang Downtown Santiago gezeigt. Wirklich eine interessante Stadt. Auserdem sind wir auch noch auf einen höheren Berg in der Nähe gefahren. Von dort kann man die ganze Stadt überblicken und eigentlich auch noch die super hohen Berge im Hintergrund gut erblicken. Allerdings hat Santiago, da es von Bergen komplett umrundet ist, ein großes Smogproblem und wir konnten die Berge leider nur schwach erkennen. Nachdem ich mich in Santiago gut erholt hatte ging es dann auch schon weiter nach Los Angeles.

Dort angekommen habe ich mein Hostel ganz in der Nähe aufgesucht. Ein sehr, auf die Hautfarbe bezogener, dunkler Stadtteil. Aber darüber machte ich mir keine Sorgen. Von dort aus konnte ich relativ gut die Innenstadt, den Strand erreichen und es war günstig.
Am selben Tag noch habe ich mich mit einer Freundin, namens Kelsey, von meiner Schwester Lea getroffen, die in LA-Downtown wohnt. Durch sie habe ich die Stadt ein bisschen kennen gelernt und wir waren noch gemeinsam in dem für die Westküste berühmten Burgerrestaurant „In and Out Burger“ lecker essen. Diese Restaurantkette kann ich jedem nur empfehlen der gerne leckere Burger isst und an der Westküste unterwegs ist. (Extra Tipp: Bestellt es als „Animal-Style“, dann wird extra Käse, Speck und Zwiebeln auf Burger und Fries verteilt!!!) Auf dem Weg abends zurück zur U-Bahn bin ich an einem Filmset vorbeigekommen. Dort habe ich angehalten und mir länger das Treiben angeschaut. Auf einmal kommt, wie sich im späteren Gespräch herausstellte, der Manager auf mich zu und fragte, was ich hier tue. Darauf entwickelte sich ein Gespräch von über einer Stunde und am Ende habe ich sogar noch mit den Schauspielern Pizza gegessen, die mir der Manager, Name dummerweise vergessen, mit den Worten „Welcome in Hollywood“ überreicht hatte.
Tagsdrauf habe ich das leckere Blueberrymuffinfrühstück mit Kaffee und Popcorn als Nachtisch genossen. Ja, mein Hostel hatte eine Popcornmaschine frei zugänglich… einfach nur gut! Also wie ihr merkt. Ich habe mich richtig wohl gefühlt in den Staaten, vorallem, da ich gerne mal so richtig amerikanisch esse. 🙂
Am Tag nach den Oscars war ich dann auch in Hollywood mal unterwegs. Denn am Tag der Oscars war alles abgesperrt und man konnte nicht wirklich viel sehen. Dort habe ich dann die Abbaumasnahmen gesehen. Wirklich ein verrückter Stadtteil 🙂
Die berühmten Strände Santa Monica und Venice Beach konnte ich natürlich auch nicht auslassen. Also lief ich einen Tag fast 10 km nur am Strand und wurde Zuschauer eines tollen Sunsets und Fotoshootings im Hintergrund.
Ansonsten habe ich in Los Angeles ziemlich gefrohren. Denn es waren nur 14 Grad. Eigentlich total ungewöhnlich für LA und auch ich war klamottentechnisch nicht sonderlich drauf vorbereitet. Aber es war eine super Zeit. Endlich konnte ich mal wieder ein richtiges Gespräch mit jemanden führen, denn auf spanisch fiel mir sowas immer noch relativ schwer.

Jetzt bin ich schon auf Fidschi und hier ist es wunderbar!!! Mehr dazu dann bald hier!! Also immer mal wieder vorbei schauen!

Freu mich auf Rückmeldung auch unter kai_sommer@hotmail.de

Viele Grüße
Kai



Escuela de Verano und Karneval

12 02 2012

Hallo zusammen. Dies wird mein letzter Bericht aus Salta, Argentinien sein. Hier reise ich am 14.2.12 gegen Mittag Richtung Mendoza und dann nach Santiago de Chile ab. Wahnsinn. Erstens vergeht die Zeit so wahnsinnig schnell. Vor kurzem hatte ich schon Halbzeit von meiner kompletten Reise. Zweitens hatte ich hier eine so tolle Zeit. Unvergesslich!!! Und drittens werde ich euch jetzt erstmal berichten, wie es hier abging 😉

Nach der Rueckkunft von unserem tollen Trip von Iguazu hatten wir noch ein paar Tage um uns zu rehabilitieren. Dann ging es los mit der „Escuela de Verano“, also der Sommerschule oder besser gesagt den Ferienspielen.
Ich bekam fuer den Vormittag eine Gruppe von 4 und 5 jaehrigen und Nachmittags eine Gruppe von 11-13 jaehrigen zugeteilt.

Morgens versuchten Romina und ich die Kleinen zu bespassen. Dazu musste ich meistens als Klettergeruest herhalten; oft auch kitzeln, hochwerfen, tragen und rumschleudern. Allerdings hatten wir schon einen festen Tagesplan. Es gab schwimmen im Planschbecken, basteln und verschiedene Spiele. Doch speziell letzteres stellte sich als sehr schwer heraus, denn die Kinder von 4-5 verstanden viele einfache, eigentlich fuer diese Altersklasse vorgesehene Spiele nicht. Auserdem konnten viele die Farben rot, gelb und blau nicht unterscheiden. Das Zaehlen bis 5 oder sogar bis 10 war fuer fast alle eine unloesbare Aufgabe. Badezimmer sind fuer viele Kinder auch etwas vollkommen neues. Dort muss erst mal gelernt werden, was das Klo ist und wie man es benutzt; viele benoetigen auch noch Hilfe. Als dann ein Junge mit der Klobuerste im Mund meinte, er wuerde sich jetzt mal die Zaehne putzen, lag ich fast vor Lachen auf dem Boden.
Eines Tages hatte ich von der kleinen, suessen Madleen gesagt bekommen: „Kai, du hast ja schon lange Haare auf den Beinen. Zu Hause habe ich eine Schere, die bringe ich morgen mal mit“. Auserdem wird oft gefragt, wie alt ich denn sei. Darauf antworte ich natuerlich mit 20. Die Reaktion ist dann immer die selbe: „Wie, du bist erst 20 und schon sooo gross??“ Auserdem, da die Kinder die Farbenlehre ja nicht so gut beherschen, behaupten sie manchmal vollen Ernstes, dass obwohl ich einen roten Pinsel hochhalte, „Das, also das ist auf jedenfall gelb“. Also vieles zum lachen, manches zum weinen!!! Denn die schulische Entwicklung dieser Kinder, auch der aelteren, ist manchmal echt erschreckend. Aber auch viele Erwachsene, hier in meinem Umfeld, tuen sich mit dem Rechnen und Lesen schwer…

Meine Nachmittagsgruppe dagegen ist um einiges anstrengender gewesen. 11-13 ist ein extrem anstrengendes Alter, wie ich feststellen durfte. Viele von den Kindern, oder muss ich schon Jugendliche sagen (?), wollten an vielen angebotenen Aktivitaeten nicht teilnehmen, alles total uncool. Auserdem ist es anscheinend auch total uncool das zu tun, was einem der „Profe“ sagt. Schwieriger wurde die Situation noch, da die Profesorin Gisela, der ich zur Hand ging, nicht ein einziges Mal durchgegriffen hat und der Gruppe mal gesagt hat, wo der Hammer haengt. Manchmal haette ich mir das gewuenscht. Als dann auch noch vermehrt mutwillig Sachen der Fundation zerstoert wurden, habe ich um ein Gespraech mit den Koordinatoren Miguel und Nati gebeten. Diese haben dann einmal auf den Putz gehauen 😉
Trotzdem hatte ich eine tolle Zeit mit der Gruppe, wenn auch sehr anstrengend. Viele, aber nicht alle, habe ich sehr ins Herz geschlossen und wir hatten tolle Gespraeche, ja Gespraeche ;), mit dem spanisch klappt es ueberraschend gut, und auch lustige Spiele haben wir gespielt. Ein paar mal haben wir das deutsche Voelkerball gespielt. Total neu fuer alle, aber alle fanden es total lustig 😉 Zwischen durch habe ich auch ein paar Maedels ein bisschen Mathenachhilfe gegeben. Als dann die Frage aufkam wieviel denn 5+7 sei fiel ich fast vom Stuhl als eine fest behauptete es sei doch 13. Erst als ich es an meinen Fingern abzaehlte, gab sie klein bei. :)Am Ende wollten mich, trotz ein bisschen Stress zwischen durch, manche gar nicht gehen lassen. Dies beweisen vor allem meine Arme. Denn diese sind vollgehaengt mit Freundschaftsbaendchen. =)

Samstags waren immer grosse Feste. Zum einen kommen immer alle Kinder nur vormittags. Einmal hatten wir einen Karnevalsumzug, wofuer in der Woche davor Masken und Verkleidungen gebaut wurden. Ein anderes mal gab es viele verschieden kleine Spiele, wo die Kiddis Spielgeld gewinnen und dieses dann fuer Suessigkeiten eintauschen konnten und einmal gab es ein kleinen Marathon. Jede Altersklasse hatte verschiedene Distanzen unter dem Jubel der anderen zurueckzulegen und wurden im Ziel von uns Profesoren in die Arme genommen und diverse Preise uebereicht. Immer fuer alle ein riesen Spass an dem auch die Eltern immer gerne zuschauen. Besonders der Karnevalsumzug war ein Highlight. Danach werden meistens die grosen Rasensprenger angeschaltet und man wird angenehm runtergekuehlt!

Immer wieder zwischen durch war ich ein bisschen krank. Insgesamt habe ich fast 3 Kilo abgenommen und bin 3 mal ins Krankenhaus gelaufen (!!!) um mit einem Arzt zu sprechen, aber an dem Tag leider dann doch keiner anwesend war. Aber ich will nicht zu lange davon sprechen, habe mich halt staendig wieder bei den Kindern angesteckt, aber im Endeffekt ist mein Immunsystem wahrscheinlich so stark wie noch nie!!! Am Ende bin ich von alleine gesund geworden. Mir geht es jetzt bestens, ich bin fleisig am essen und fuehle mich gestaerkt fuer meine Reise.

Anfang Februar sind Ana, Rocky, Claudia, Maxi, Matias, Janett, Maria (Hausmeisterfamilie), Leo und ich zum Karnevalsumzug in die Stadt gefahren. Wahnsinnig beeindruckend. Erstmal stehen an der gesamten Strasse in einer langen Linie Plastikstuehle. Dazu werden ueberall Spruehdosen verkauft. Damit sprueht man sich dann gegenseitig an. Es ist so eine Art weiser Seifenschaum. Besonders beliebt bei Kindern. Zum anderen faengt der Umzug erst um 11 Uhr nachts an. Die ganze Strasse ist beleuchtet und durch Lautsprecher droehnt Musik. Hier werden aber keine Suesigkeiten geschmissen oder viel „Helau“ oder „Alaaf“ gerufen. Hier wird den beeindruckenden Taenzen und den aufwaendigen Kostuemen zugeschaut. Und zur Abwechslung wird jeder mal mit dem Schaum auch „Nieve“ (dt: Schnee) genannt voll gesprueht! 😉 Um 3 Uhr haben wir uns dann vor lauter Muedigkeit auf den Heimweg gemacht. Doch der Umzug war noch nicht vorbei… Ein beeindruckendes Erlebnis was ich nicht haette missen wollen.

Nachts und im Dunkeln unterwegs sind Leo und ich oft. Denn jetzt beginnt ueberall das Leben. Doch Angst oder ein komisches Gefuehl durch die dunklen Slums zu laufen (um zur Busstation zu kommen) haben wir nie gehabt. Oft kommt von irgendwo ein „Hola Profe Kai, Hola Profe Leo“. Denn bei den Kindern sind wir schon sehr bekannt. Und dann kommen sie angerannt, wollen umarmt werden und nach einem kurzen „Wie gehts“ laufen wir weiter.
Einmal haben wir eine Gruppe Kinder mit Fahrraedern getroffen. Einer hatte ein Pferd. Damit sind die Kinder abends durch das Dorf gecruzt.

Dieses mal habe ich auch ein paar Fotos aus dem Dorf  „San Raphael“, welches gegenueber von der Fundation liegt. Dort erkennt man die einfachsten Haeuser. Manche haben kein fliesend Wasser, Strom oder Gas. Viele Kinder bekommen auserdem auch selten etwas zu essen und kommen immer mit grossem Hunger zur Fundation und Fragen nach Brot und Wasser… Da seh ich dann mal wieder wie gut es uns in Deutschland geht und ich schaeme mich manchmal fuer die kleine Auswahl an essen die ich alleine hier in meiner kleinen Wohnung in meinem Kuehlschrank habe…

Heute war der letzte Samstag fuer mich hier auf der Fundation und auch der letzte der Escuela de Verano. Dazu war noch das 1 jaehrige Bestehen der Fundation hier. Deshalb gab es eine grosse Feier. Die Aerobicgruppen, bestehend aus Muettern, haben vorgetanzt und auch ich durfte meine Jonglierkuenste vorstellen. Dann habe ich mich von allen offiziell per Mikrofon verabschiedet und durfte die grosse Geburtstagstorte anschneiden. Als alle Kinder weg waren haben wir „Aelteren“ noch leckere Burger gegessen. Eine kleine Abschiedsparty fuer mich. Ein grosser Geburtstag fuer Anawin (Name der Fundation), auf das noch viel zukommen wird. Edmundo, Praesident und fast alleiniger Finanzierer dieses Projektes, hat noch grosse Vorhaben. Demnaechst soll hier auf dem Gelaende ein Kindergarten fuer Kinder unter 4 Jahren entstehen. Auserdem eine grosse ueberdachte Sportflaeche (insgesamt 60*40 Meter!) und noch viel mehr. Unfassbar!!!! Wer dieses tolle Projekt unterstuetzen moechte, kann sich gerne bei mir melden.

Ich verabschiede mich aus Salta. Heute abend gehe ich noch ein letztes Mal hier feiern und morgen vielleicht nochmal reiten und dann geht es ans packen!

Wie immer freue ich mich auf Kommentare oder auf Emails. Wie geht es euch? Wer liest eigentlich alles diesen Blog? Ja, diese Frage stelle ich mir manchmal echt! Erreichen koennt ihr mich auch privat unter: kai_sommer@hotmail.de

Also bis bald dann wieder aus einem anderen Land mit ganz neuen Eindruecken.
Ich werde Anawin, Salta und Argentinien sehr vermissen!!!

Kai



„Grosses Wasser“, der „singende Fels“ und 2 Silvester

9 01 2012

Nach dem spannenden und total anderen Weihnachtsfest, wo ich gar nicht richtig in Weihnachtstimmung kam, was natuerlich ueberwiegend am Wetter lag (bei ueber 25 Grad und viel Regen), mussten wir uns schon auf unsere naechste Reise in das Zweistromland vorbereiten (Liegt ganz im Osten von Argentinien und ist von 2 Fluessen eingekreist: „Missiones“). Waesche waschen und Reiseinformationen sammeln, fuellte unsere Tage. Und dann ging es 3 Tage vor Silvester auch schon los. Nach 24 Stunden non-stop Busfahren waren wir da: vom Jungel umgeben, Affenhitze und viele Touristen in Puerto Iguazu. Hostel gesucht und gefunden und erstmal einkaufen gegangen, kochen und frueh ins Bett, denn am naechsten Tag sind wir um 6 Uhr aufgestanden um ganz frueh im Nationalpark zu sein. Dort angkommen entschieden wir uns erst die argentinischen Wasserfaelle von oben zu besichtigen. Eine atemberaubende Szene erschien unter uns. Wir standen teilweise direkt ueber den Wasserfaellen und konnten bis zu 70 Meter das Wasser unteruns herunterfallen sehen. Einfach nur fantastisch. Danach besuchten wir die Wasserfaelle von unten und konnten erst jetzt ihre Groesse und Kraft richtig erkennen. Denn unten ist nur Gischt und Laerm. Man ist einfach nur Baff, dass man Zuschauer dieses Naturspektakels sein kann. Von der Insel San Martin, die in der Mitte dieser riesigen Wasserfaelle liegt, hat man einen guten Blick auf die brasilanischen sowie die argentinischen Wasserfaelle. Dort wird man auch allein von dem Wasserdampf triefend Nass. Aber das macht gar nichts, denn die Temperaturen sind locker ueber 30 Grad, so dass eine Erfrischung sehr gut tut. Da wir den Tag frueh begonnen hatten waren wir bis jetzt fast die einzigen weit drinn im Park. Aber ab jetzt wurde es voller und viele Touris mit Colaflasche und Chipstuete begegneten uns, waehrend wir nur Wasser und selbst geschmierte Broetchen dabei hatten und im Unterhemd umherliefen. Wir fuehlten uns nicht sonderlich wohl zwischen all diesen „Spiessern“. Dennoch ging es dann zum sogenannten Todesschlund (Garganta del Diablo). Dort stuerzen sich die Wassermassen in einer Art Halbkreis fast 80 Meter in die Tiefe. Den Ort des Aufpralls sieht man vor lauter Wasserdampf nicht. Der ohrenbetaeubende Laerm und die Feuchtigkeit machen es einmalig. Auch hier reichen die angelegten Bruecken bis ueber die Faelle und man denkt, man steht mitten drinn. Insegsammt stuerzt sich auf einer Laenge von knapp 3 km das Wasser bis zu 80 Meter in die Tiefe. Wir hatten super Glueck, denn die Wassermenge war perfekt, so dass es viele Wasserfaelle gab, aber nicht alle zusammenwuchsen, was bei zu viel Wasser der Fall ist.
Auf der Schlauchboottour oberhalb der Wasserfaelle haben wir tolle Tiere wie: Krokodile, Tucane und andere Voegelarten gesehen und wir fuehlten uns wie mitten im Jungel, was wir auch waren! 😉
Von anderen Backpackern hatten wir erfahren, dass es einen einsamen Wasserfall mitten im Jungel gibt, in dem man schwimmen kann. Also beschlossen wir dort gegen Nachmittag hinzulaufen. Dort angekommen, von vielen Backpackern umgeben, duschten wir im Wasserfall und schwammen in dem kleinen See. Wasserfalldusche ;)Iguazù heist uebrigens auf guarani, die Sprache der Ureinwohner, „grosses Wasser“ 🙂

Am naechsten Tag besuchten wir das in Brasilien liegende Itaipù, was auf guarani „der singende Fels“ bedeuted. Dies ist das ergibigste Wasserkraftwerk der Welt. Der Bau der 200 Meter hohen und ueber 7,5 km langen Staumauer inklusive 18 Turbinen dauerte ueber 15 Jahre. Der Stausee kann bis zur doppelten groesse des Bodensees heranwachsen, bevor die Ueberlaufklappen geoeffnet werden. Super beeindruckend und in den 70er Jahren geplant und begonnen.

Am Abend feiert wir dann mit anderen Backpackern aus Italien, Spanien und aus Buenos Aires Silvester. Als ploetzlich um 11 Uhr um uns herum schon Silvester gefeiert wurde, war bei uns zuerst die Verwunderung gross. Doch schnell erinnerten wir uns an die Naehe zu Brasilien, was eine Stunde vor uns ist und haben promt schonmal auf das neue Jahr angestossen. Als es dann 12 war wurde nochmal unter klarem Himmel mit viel Feuerwerk und Wein das neue Jahr gefeiert. Sogar eine Sternschnuppe habe ich gesehen. Toll!!!

Auf unserer Rueckreise nach Salta legten wir einen 2-taegigen Stop in Posadas ein. Eine wirklich super nette Stadt, auch gelegen am Grenzfluss Paranà (nach Paraguay). Dort erwischten wir durch Zufall ein tolles Hostel, welches Momentan von dem Sohn der Inhaberin bewirtschaftet wurde. Mit Ihm und seinen Freunden hatten wir an dem einen Tag ein super BBQ, was mit unter daran lag, dass ein Koch unter Ihnen war, welcher ein so sagenhaftes Fleisch briet. Das ich meine, das war das beste Fleisch was ich je gegessen habe. Butterzart, saftig und schoen rosa. Den restlichen Tag verbrachten wir im Pool und im Schatten, denn es war einfach zu heiss. Erst in den Abendstunden konnte man durch die Stadt laufen und sie besichtigen. Dann kommen alle Leute aus ihren Loechern stellen Stuhle auf die Strassen, trinken den hier bekannten Matè und unterhalten sich bis spaet in die Nacht. Wie gemuetlich!

Ich hoffe Ihr seit auch alle toll in das neue Jahr 2012 gestartet. Mich erwarten dieses Jahr noch weitere Reiseziele rund um die Welt und ich muss mich fuer einen Studienplatz entscheiden und dort dann im Oktober beginnen. Also es bleibt spannend.

Beste Gruesse
Euer Kai



1200 km Jeep-Tour ueber den Wolken!

27 12 2011

Nach 2 weiteren Tagen Busfahren durch Bolivien, was allein ein echtes Abenteuer war, sind wir in Tupiza angekommen und entschieden uns die 4-taegige Jeeptour durch die Anden zu machen.
Den ersten Tag ging es ueberwiegend bergauf. Wir sahen super viele Tiere. Unteranderem Straeusse, Lamas, Vincuñas (wilde Lamaart) und Chinchillas. Ausserdem fuhren wir durch ein verlassenes Spanierdorf. Dort wurden vor 400 Jahren Sklaven aus aller Welt hingekarrt um dann unter grausammen Bedingungen Gold und Silber abzubauen. Das Dorf besteht heute nur noch aus Ruinen und wird Geisterstadt genannt (Ciudad de las Fantasmas).


Auch am ersten Tag hat ein Stein bei unserem 4*4 Jeep hinten links einen Stossdaempfer rausgehauen. Zum Glueck merkte dies unser Guide Ruben dies und musste den Stossdaempfer entfernen. Nun wurde die Fahrt noch schwamminger als es eh schon war. Doch am Tag 2 hatte unser kreativer Guide eine Ueberraschung fuer uns. Er hatte den Stossdaempfer mit starken Gummis ersaetzt. Funktioniert super!

Auch badeten wir auf 4700 Metern in 33 Grad heises Quellwasser (Aquas caliente) mit einer atemberaubenden Landschaft und Flamingos im Hintergrund. (Foto folgt)

Weiter ging es ueber krasse Feldwege und „Strassen“ zu verschiedenen Lagunen in verschiedenen Farben: Gruen, Rot, Weis! Alles sind Salzseen mit ueber 30% Salzanteil und ueberfuellt mit Flamingos, die versuchen die Mikroorganismen aus dem Wasser zu filtern.
Die Laguna Verde liegt auf 4400 Metern. Im Hintergrund der Vulkan Licancabur mit 5950 Metern schon super hoch.

Auch die Geysire „Sol de manana“ auf 5000 Metern haben wir besucht. Dort brodelt es aus vielen Loechern in vielen verschiedenen Farben. Aus manchen kommt auch einfach nur heisser Dampf! Hier wir 4 aus dem Jeep 🙂

Die Laguna Colorado auf 4280 Metern hat mich besonders beeindruckt. Die Farbe entsteht im Laufe des Tages durch Sonneneinstrahlung und Wind. Dann veraendern die Mikroorganismen ihre Farbe von klar auf Rot/Orange. Auch diese Lagune hat sehr viel Salz und andere Mineralien. Tiefster Punkt sind uebrigens gerade mal 80 cm.

2 der 3 Naechte haben wir auf ueber 4300 Metern geschlafen. Fuer Leo, mein Kompanio, nicht so leicht. Ich hatte aber keine bemerkbaren Probleme.

Am letzten Tag unseres Trips sind wir um 4 Uhr aufgestanden um fuer den Sonnenaufgang auf dem Salar de Uyuni zu sein. Dies ist ein riesiger Salzsee, der aber ausgetrocknet ist. Er ist der groesste und hoechste der Welt (12000km2 gross und auf 3650 Metern). Gleucklicherweise hatte es die Tage davor ein bisschen geregnet und es waren ca. 4 cm Wasser auf dem ganzen Salar, was ihn in einen riesigen Spiegel verwandelte. Dort durften wir Zuschauer eines spektakulaeren Sonnenaufgangs werden.

In der Mitte des Salars befindet sich eine kleine Insel mit tausenden Kakteen. Dort haben wir dann gefruehstueckt. Bevor es dann zu einem grossen Eisenbahnfriedhof ging. Dort stehen hunderte alte Locks und Wagons, groesten Teils im 19. Jahrhundert aus Deutschland importiert, und warten darauf, dass sie zerrosten. Wer kann sich sowas bei den Metallpreisen momentan in Deutschland vorstellen? 😉
Die vielen anderen Touristen und Weltenbummler sagten uns, nachdem sie schon in Asien, Australien und Neuseeland waren, dies war die beste Tour die sie je gemacht haben. Vielen Dank dachte ich mir = dann bin ich ja fuer den Rest meiner Reise ruiniert… 😉

In Uyuni angekommen haben wir mit neuen Freunden Nicci&Alan (Ein Paar das sich beim Reisen kennen gelernt hat) und Mathew von der Tour einen Bus nach La Paz, dem Regierungsitzt von Bolivien, gebucht. Ein Fehler wie sich herausstellte: Der Bus hat zwar umgerechnet nur ca. 9 Euro gekostet und sollte uns in 12 Stunden von A nach B bringen, doch haben wir 17 gebraucht und keine Sekunde geschlafen. Denn in Bolivien gibt es keine Strassen sondern nur Schotterpisten. Das heisst, man wird uebertrieben durchgeschuettelt. Ich hatte am naechsten Tag saemtliche blaue Flecken an Ellebogen und Huefte. Dazu haben sich durch die Vibration die Schrauben der Verkleidung ueber uns geloest und die gesamte Verkleidung viel runter… Plus der Bus hielt mehrere Male mitten in der Nacht an und unsere Busfahrer reparierten den Moter mit groben Hammerschlaegen. Knapp 40 km vor La Paz hielten wir ein weiteres Mal. Als wir 7 Touristen aus dem Bus nach 20 Minuten bemerkten, dass alle Einheimischen den Bus verliessen und sich ein Taxi nahmen, entschieden auch wir, dass wir zu Hitch-Hiken hatten. Eine Wahnsinnsfahrt!!!! Total uebermuedet sind wir dann von der Stadt geschockt worden und haben uns erstmal ins Hostel gelegt. Ein super Hostel mit eigener Brauerei = jeden Abend ein Freibier 🙂
Von der Stadt geschockt deswegen, da die Stadt ein einziges Chaos ist. Auserdem liegt es in einem Talkessel. Am tiefsten Punkt ist „Downtown“ und je weiter man hoch kommt, desto aermer wird es. Die roten unverputzten Ziegel-Haeuser kleben foermlich an den Bergen. Nicht ohne Grund hat die Stadt einen Hoehenunterschied von knapp 1000 Metern. Nachdem wir ein bisschen herumgelaufen haben, gewoehnten wir uns an das Chaos und begannen die Stadt zu moegen.
Trotzdem entschieden wir uns den in der naehe gelegenen Titicacasee und die „Isla de Sol“, angebliche Geburtstaedte der Inkas und der Sonne, zu besuchen. Von dort bot sich ein atemberaubendes Landschaftsbild mit den hohen Bergen von Chile im Hintergrund.

Unseren Rueckweg nach Argentinien planten wir dann mit dem Zug zu unternehmen. Es stellte sich heraus, dass er zwar wesentlich teuerer war, aber doch sehr viel gemuetlicher. Auch der Zug hielt mitten in der Nacht fuer mehrere Stunden, da es einen Erdrutsch gegeben hatte und die Gleise verschuettet waren. Also wurden von der Crew Schippe und Hacke beigeholt und alles freigelegt. 🙂 Wir Deutsche sind von der Deutschen Bahn total verwoehnt und erinnerten uns an die Puenktlichkeitsprobleme in Deutschland.

Auf unserer Reise nach Salta machten wir eine Nacht Stop in dem traumhaften Tilcara. Eine wunderbar stille Stadt. Sie ist bekannt fuer ihre alte Inkafestung und die mehrfarbigen Berge.

Weihnachten feierten Leo und ich dann mit unserer Nachbarfamilie hier auf der Fundation. Es gab leckeres Lamm und Schwein. Dazu frische Tomaten-, Kartoffel- und Rotebeetesalate. Als Nachtisch backten Leo und ich leckere Plaetzchen, welche sehr gemocht wurden. Danach wurde um 12 Uhr ein Feuerwerk gezuendet und die ganze Nacht Wein getrunken, getanzt und sich unterhalten. Leo und ich gingen gegen 5 Uhr dann zu Bett. Als wir am naechsten Morgen um 10 Uhr aufstanden, lief immer noch Musik und die Nachbarn waren immer noch am Feiern… einfach nur verrueckt. Erst um 4 Uhr mittags, als endlich der ganze Wein leer war, entschieden sie sich zu Bett zu gehen 😛

Am ersten Weihnachtstag abends gingen Leo und ich hier zu Kirche. Eigentlich ein Gemeinderaum, der aber auch als Kirche dient. Dort waren ein paar Plastikstuehle aufgestellt. Auch ein Strassenhund ruhte sich dort von dem harten Ueberlebenskampf mitten im Flur aus. Ansonsten glich der Gottesdienst vom Ablauf dem in Deutschland. Es wurde viel gesungen und gebetet.

Ich hoffe ihr hattet alle tolle Weihnachten mit euren Familien und Freunden.
Hiermit wuensche ich euch jetzt schonmal einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2012. Ich werde von den Wasserfaellen in Iguazu in das neue Jahr rutschen.
Also bis dann
Kai



El Talar – Leben mit den „Indianern“

11 12 2011

Der erste Tag unserer Reise in die Indianergegend war schon Mega spannend. Nach 3 Stunden Fahrt waren wir in El Bananal angekommen. Ein winziges Dorf bestehend aus etwas mehr als einer Straße. Dort trafen wir auf Silvia, eine dicke und liebenswürdige Nonne! Bei ihr in der Küche haben wir den Tag verbracht. Es hat 2 Stunden so heftig geregnet, dass in der Küche 3 cm hoch das Wasser stand und nicht ablief, weil es drausen genauso so hoch war. Während Leo und ich fieberhaft nach einer Lösung suchten, fragte sie uns seelenruhig und mit ihren Füßen im Wasser spielend, ob wir denn nicht einen Tee trinken wollen. Am Abend ging es dann 1 Stunde mit dem Auto nach El Talar! Ein Örtchen von 3000 Einwohnern umgeben von Zuckerpflanzen und Bananenbäumen! Hier verbrachten wir die nächsten 9 Tage. Wir lebten bei Andis Eltern im Haus. Andi, er betreibt die kleine Schreinereischule hier in El Talar. Wir wurden herzlichst empfangen. Der ganzen Familie und auch durchs ortseigene Radio dem ganzen Dorf vorgestellt. Jeden Tag arbeiten wir nun mit einer kleinen Gruppe von 10-13 jährigen in der Schreinerei. Die restliche Zeit verbringen wir mit Andi und seiner Familie. Gleich am ersten Tag hat uns der Papa eine Kiste voll mit Honigwaben auf den Tisch gestellt. Wir sollten uns ein Stück abbrechen und den Honig aus den Waben lutschen. Der Wachs der übrig bleibt wird weggeschmissen. Total lecker und super frisch! Sobald hier im Dorf ein Mülleimer voll ist geht man an die eigene Feuerstelle und zündet sämtlichen Müll an. Müllabfuhr, Internet und auch guter Radio -oder Tv-Empfang Fehlanzeige! Die Straße teilen sich die wenigen Autos, die vielen Roller und Fahrräder und vor allem sämtliche Tiere: Pferde, Schweine, Hühner, Truhthähne und natürlich auch Katzen und Hunde. Ein Spektakel!
Duschen geht für mich großen Deutschen am besten nur auf Knien. Das Wasser ist immer kalt und vor dem duschen muss ein Eimer Wasser an der Decke gefüllt werden, da sehr wenig Druck auf der Leitung ist! Toiletten gibt es, allerdings wird oft mit einem Eimer Wasser gespühlt. Einmal waren wir am Fluss nahe dem Dorf. Jetzt kurz vor der Regenzeit ist kaum Wasser vorhanden. Man kann den Fluss locker durchlaufen. Das Wasser ist so warm, dass es schon nicht mehr erfrischend ist.

Das Leben hier ist total langsam und für mich und Leo sehr unproduktiv. Wir sind wahrscheinlich jetzt schon für den deutschen Arbeitsmarkt ruiniert. Wir arbeiten circa 4 Stunden am Tag, was für hiesige Verhältnisse schon verdammt viel ist. Damit man den Tag übersteht wird Mate getrunken, ein spezieller Tee, der unseren Kreislauf vor dem in Schwung kommen bewahrt, damit auch ja nichts überhetzt wird. Viele Männer kauen außerdem noch Cocablätter, eine Vorstufe des Kokain (100kg Coca = 1g Kokain), welche nicht die Produktivität fördern, aber laut Ihnen gut für die Verdauung und die Gesundheit sein sollen. Auch ich habe sie probiert. Finde sie aber nicht besonders lecker und muss mir nicht die Backe damit füllen.
In unserer Zeit in El Talar haben Leo und Ich viele Familien kennen gelernt. Besonders wurden wir immer den Mädels des Hauses vorgestellt. Auch durften wir uns Fotoalben von Schönheitswettbewerben und sonstigem anschauen. Sehr spannend und meistens gar nicht mal so hübsche. Vielen fehlen schon mit 18 Jahren die ersten Zähne und durch die ungesunde Ernährung haben auch viele zu viel auf den Rippen.
Leo und ich haben die Zeit in dem Dorf El Talar sehr genossen. Es ist sehr entspannend und die meiste Zeit wird geschlafen 🙂 Allerdings freuten wir uns riesig, als die Zeit dann doch vorbei war und wir wieder ein bisschen Zivilisation erfahren durften.

Zumindest für den Moment, denn gerade sind wir im Taxi zu unserem ersten Ziel in Bolivien, Tarija. Der Grenzübergang von Argentinien nach Bolivien war super spannend. Erstmal standen wir 1 Stunde in der prallen Morgensonne um einen Ausreisestempel zu bekommen. Dann sind wir einen Kilometer gelaufen, auch über den Grenzfluss, um dann in Bolivien den Einreisestempel zu erlangen. Die Grenzbeamtinnen haben erstmal mit uns geflirtet und wollten mit auf unsere Reise kommen. Den Pass haben die sich auch nur wegen unserer Fotos angeschaut, so sagte jedenfalls der einzige männliche Beamte im Büro! 🙂 Danach mussten wir 5 km bis zum nächsten Ort laufen, denn das Taxi wollten wir uns sparen! Gut so, denn auf halber Strecke sind wir kurzfristig im Fluss Baden gegangen! Einfach super



Fussball und Leben in den Slums!

24 11 2011

Hallo zusammen 🙂

Nach 6 Wochen in Salta, Argentinien, hat sich nicht nur meine Hautfarbe deutlich veraendert, sondern auch im spanischen habe ich bereits eine Menge gelernt.
Sehr gut angefreundet habe ich mich mit meinen Nachbarn, der Hausmeisterfamilie, die auch hier auf dem Grundstueck lebt. Abends, nachdem die Fundation geschlossen hat (gegen 7 Uhr), gibt es immer Maté, ein spezieller Tee, oder Kaffee mit Gebaeck. Danach wird meistens Fussball oder seit neustem auch Volleyball gespielt. Bis tief in die Nacht und man den Ball kaum noch sieht. Dann gegen 11, manchmal auch 12 Uhr gibt es Abend essen. Meistens sind wir alle dann noch einkaufen gegangen in dem Dorf gegenueber der Fundation. Oft wurde ich auch da von Anit, der Mama, eingeladen. Dann gibt es meistens Pizza oder Hot Dogs. Danach werden noch ein bisschen Karten gespielt oder Fernseh geschaut. Obwohl der Fernseher eigentlich immer laeuft 🙂 Letztens gab es ein Fussballspiel zwischen den Arbeitern von der Fundation und einer anderen Gruppe von Maennern. Auch ich wurde dazu eingeladen. Das Spiel fand auf einem Platz in dem Dorf statt. Wir wuerden es als Slum bezeichnen. Der Platz bestand zum grossteil aus Staub. Wenn es einen Zweikampf gab, wirbelter dieser soviel Staub auf, dass ich mir wie im Comic vorkam. (Kaempfe von Asterix und Obelix mit den Roemern = Man sieht nur Arme und Beine und irgendwann fliegt ein Roemer raus) Nur hier ist es der Fussball! Echt fantastisch!!! 🙂
Da wir das Spiel gewonnen hatten, bekamen wir jede Menge Bier von der Verlierermannschaft! Gespielt wurde solange, bis man den Ball nicht mehr sah. Denn eine Beleuchtung gibt es natuerlich nicht.

Das Leben auf der Fundation ist toll aber auch sehr anstrengend. Ich helfe ja beim Rugby und beim Fussball und habe jetzt auch schon oefters den Kurs alleine geleitet, da Marcus, der eigentliche Leiter, nicht da war. Super anstrengend! Denn erstens verstehe ich natuerlich nicht alles, was die Kinder von mir wollen. Zweitens kenne ich die Regeln des Rugby nicht zu 100 Prozent. Und wie wir die Suedlaender ja kennen, wir mehr diskutiert als gespielt!! Drittens sind Kinder natuerlich mega frech und wollen die Uebungen, die ich Vorschlage nicht machen. Da hilft als einziges Druckmittel, dass es entweder nichts zu essen gibt, kein Fussball gespielt wird oder als letztes die Kinder nach Hause gehen muessen. Manche Kinder heissen hier uebrigens: Hans, Axel oder Olga 😛
Zu all dem Stress ist es noch sehr heiss und ich bin schnell erschoepft 🙂 Dann freue ich mich auf die Abende mit Mattia, Bruno, Janett, Jessica, Claudia und Maria (Kinder der Hausmeisterfamilie) die immer super lustig und nie langweilig sind. Oder die Wochenenden, die immer voll mit Aktivitaeten sind.

Edmundo ist der Gruender und Besitzer von der Fundation. Er ist ein reicher Argentinier, der mehrere Fabriken besitzt. Seiner Frau gehoert ein Hotel an der Plaza in Salta. Sie ist schwanger und Edmundo wird also bald Vater. Edmundo hat diese Fundation gegruendet, da er sehr viel Glueck in seinem Leben hatte und nun Argentinien, bzw. den Kinder Argentiniens, etwas gutes tun wollte.
Er hat dieses riesen Grundstueck gekauft und bisher 2 Gebaeude drauf gebaut. Aber es sollen noch viele weiter folgen.
Edmundo besucht jeden Tag die Fundation. Zum einen bringt er immer Material fuer die Handwerker, zum anderen bespricht er sich mit diesen und auch mit Vivi, der Projektleiterin. Auserdem spielt er auch gerne mit den Kindern mal ein bisschen Fussball und fragt, wie es denen denn geht. Aus meiner Sicht ein super sympatischer Mann, der trotz seines Geldes total bodenstaendig geblieben ist. Momentan ist er dabei einen sehr grossen Sandkasten und einen Beachvolleyplatz zu planen. 🙂

Ich plane meinerseits gerade meine Weihnachts-Sommer-Ferien. Klingt komisch-ist aber so 😛
Heute Nachmittag kommt Leo, ein anderer Deutscher. Mit ihm werde ich dann am Mittwoch zu einem kleinen Indianerdorf fahren. Dort gibt es eine Schreinereischule, die auch von Ayuda unterstuetzt wird. Dort werden wir fuer ca. 2 Wochen arbeiten und leben. Danach wollen wir noch weiter in den Norden und auch Bolivien und den hoechsten und groessten Salzsee auf ueber 3000 Metern besichtigen. Weihnachten will ich hier mit Freunden und Anita und Co. feiern. Danach wollen wir fuer Silvester nach Iguazu fahren und die Wasserfaelle, die als Weltwunder gelten, besichtigen.

Soweit der Plan. Mal sehen was draus wird 🙂

Uebrigens bring mir Leo eine neue Kamera mit (Mein Weihnachtsgeschenk aus Deutschland! Herzlichen Dank). Meine ist ja in den USA kaputt gegangen und wurde dort repariert. Allerdings haette ein Schicken mit FedEx ueber 150 Dollar gekostet. Deswegen werde ich die Kamera in LA in Empfang nehmen, wo ich im Februar eine Woche bin. Also duerft ihr bald/endlich Fotos von mir und meiner Umgebung sehen 🙂

Beste Gruesse
Euer Kai!



Erste Eindruecke!

1 11 2011

Wow, schon ueber 2 Wochen hier! Die Zeit hier vergeht rasend schnell…

Meine Tage sind gefuellt mit Aktivitaeten:
Aufstehen gegen 9. Um 10 Uhr geht der Unterricht los. Gleich am ersten Tag bin ich zum „Professor“ (kurz: „Profe“) aufgestiegen. Ich betreue Fussball, Rugby und Englisch. Ausserdem biete ich eine Jonglageklasse an. Um 12 Uhr ist Mittagspause. Bis 4. Dann geht es weiter. Viel Krach, viel lachen und viele froehliche Gesichter. Viele haben grosse Probleme (Alkoholismus wohl das groesste, nichts zu essen kommt kurz danach) zu Hause und sind sehr aggresiv, gesundheitlich in schlechten Konditionen und viele haben auch kein Wasser um sich regelmaesig zu waschen. Doch bald faengt hier der Sommer an. Damit auch die Regenzeit. Die Baeche fuellen sich wieder und es wird im Wasser gespielt und auch gewaschen. Trotzdem geben sich alle Muehe. Hier gibt es immer etwas zu essen. Brot vom Vortag und eine Tasse Kakao. Milchreis und Tee als Alternative. Um 7 Uhr ist dann Nachtruhe. Obwohl dann in Argentinien das Leben erst beginnt. Es wird dunkel und die Temperaturen sinken auf angenehme Grade. Ich koche, gehe einkaufen oder sitze einfach in meinem Stuhl vor der Tuer und geniese die Ruhe. Manchmal wird sie von einem Mofa gestoert, das mit sagenhaften gechaetzten 25 Km/h und einem ohrenbetaeubendem Laerm vorbeikriecht.

Am Wochenende bin ich bisher immer mit dem Bus oder dem Taxi in die Stadt gefahren um zum einen mit Bekannten einen Geburtstag zu feiern zum anderen in“ Sachsenhausen 2″ (Stadtteil mit vielen Discos, Bars und unmengen an Menschen) feiern zu gehen ;). Viele Gleichaltrige habe ich schon kennengelernt. Zum einen arbeiten Studenten hier auch als „Profe“ zum anderen, weil an meinem ersten Wochenende in der Fundation eine Gruppe Jugendliche hier auf dem Gelaende gezeltet hat.
Am Sonntag war ich das erste Mal reiten. Meine Nachbarfamilie, die Hausmeisterfamilie, lebt auch hier auf dem Campus. Mit denen habe ich mich gleich angefreundet. Viele Kinder. Super nett. Sehr hilfsbereich. Sie haben mich mitgenommen zu einer Freundin, die mehrere Pferde besitzt. Weit auserhalb Saltas. Zuerst sind wir mit dem Bus gefahren. Ca 45 min. Dann haben wir im Park auf sie gewartet um mit Ihrem Pick-Up abzuholen. Wir warteten eine Stunde. Geld auf dem Handy um sie anzurufen gab es nicht. Das war auch nicht schlimm, wir haben im Park Orangen geerntet, damit Jongliert oder sie gegessen 😉 Die Zeit verging schnell. Dann sind wir 8 in den Pick-Up. 4 mussten hinten auf die Pritsche! Ich und 3 weitere haben uns in die kleine Kabine gequetscht. Los gings. Ueber Wege, dass sind in Deutschland schlechtere Waldwege! Durch ausgetrocknete Baeche. Immer weiter hoch die Berge. Bis wir da waren, in einem super idylischem Ort. Weit abseits der Zivilisation. Ich wurde einfach auf ein Pferd gesetzt und los gings. Wie ich lenke, oder das Pferd zum stoppen bringe, wusste ich nicht, wurde mir auch nicht wirklich gesagt. Learning by doing! Yeah und es hat funktioniert! Der Ritt ging durch wunderschoene Kakteenlandschaften und ausgetrocknete Baeche bis zu einem riesigem Fluss. Auch komplett ausgetrocknet. Die Regenzeit beginnt hoffentlich bald, denn hier ist alles kahl. Wenn etwas gruen ist, dann nur, weil es staendig bewaessert wird.

Gleich geht der Unterricht hier weiter! Zum Glueck steht die Luft hier nie. Es weht immer eine leichte Prise, die die Hitze aushaltbar macht!

Euch eine Gute Woche! Wie geht es euch? Habt ihr alle Halloween ueberlebt? 😉 Das wird hier kaum gefeiert!
Ich freue mich auf Emails

Beste Gruesse

Kai



Nach 3 Fluegen, 17 Flugstunden und 30 Stunden unterwegs – endlich in Argentinien/Salta! :)

16 10 2011

Hallo zusammen!

Nach einer super langen Reise von NYC aus nach Salta ueber Santiago de Chile und Buenos Aires, bin ich nun hier, in meinem neuen Zuhause fuer die nachsten 3 Monate angekommen. Herzlich wurde ich am Flughaven von Viviana, der Projektleiterin begruesst und nach Anawin, dem Projekt gefahren! Dort lebe ich die naechsten 4 Tage mit 2 deutschen Maedels zusammen in einer Art WG. Dann fuer ein paar Wochen alleine und dann kommt Leo, noch ein Deutscher dazu!

Mein Zimmer besteht momentan aus einem Einbauschrank und einer blauen Sportmatte, die als Bett dient. (Jeder kennt doch die blauen Sportmatten aus der Schule? Genau, auf so einer penne ich momentan 😉 und ich habe super geschlafen!) Ansonsten gibt es einen Gemeinschaftsraum, der auch als Kueche und Essplatz dient, ein kleines Bad, 2 weitere Schlafmoeglichkeiten und noch eine kleine Waschecke, mit einer Waschmaschine! Das Gelaende hier ist riessig. Es ist umgeben von einem 3 Meter hohem Zaun. Ein Waechter bewacht das Gelaende 24/7! Es soll noch voll viel hier drauf gebaut werden in der naechsten Zeit! Man darf gespannt sein!

Das Wetter hier ist uebrigens jetzt schon gut! Ich kann bequem mit kurzer Hose und T-Shirt morgens um 9 Uhr drausen in der Sonne rumlaufen 😉

Heute ist Sonntag, deswegen ist hier heute keiner, allerdings hab eich mit fuer heute mittag mit Viviana zum Mittagessen verabredet! 🙂 Morgen beginnt dann die erste Woche und damit fuer mich die ersten Aktivitaeten!

Bis bald! Freu mich auf Kommentare! 🙂

P.S.: Ich kenn mich hier mit dem Blog noch nicht so super aus! Und meine Kamera ist momentan noch kaputt! Aber ich werde Nacharbeiten 😉